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Mobiler Kopfhörerverstärker: High-End für die Hosentasche


Viele HiFi-Kopfhörer tönen an Mobilgeräten viel zu leise. Dann helfen Kopfhörerverstärker – am besten gleich mit Digital-Analog-Wandler. Der „Mojo“ von Chord ist so ein feines Hilfsmittel.

Mojo, sagt der Hersteller, ist die Abkurzung fur „Mobile Joy“, und das beschreibt auch schon den Sinn und Zweck der jungsten und kleinsten Komponente aus der britischen High-End-Manufaktur Chord. Sie ist kleiner als ein Zigarettenpäckchen, aber, dank eines mattschwarzen Aluminiumgehäuses, erheblich stabiler. Im Inneren steckt eine Kombination aus Digital-Analogwandler und Kopfhorer-Verstärker- Mojos Mission ist also, Musik aus Smartphones oder Tablets digital abzugreifen und mit kraftvoller Stimme an den Kopfhorer zu bringen.

Braucht man das? Fakt ist: Die Wandler und Verstärker von Mobiltelefonen sind nicht der Weisheit letzter Schluss. Und viele HiFi-Kopfhorer tonen an Mobilgeräten viel zu leise. Der kleine Chord wirbt noch mit einem anderen Argument: Statt gunstiger Wandler von der Stange verbaut der Hersteller programmierbare FPGA-Chips. Rauschwerte auf absolut unhorbarem Niveau und extrem zeitgenaue Verarbeitung der Musiksignale sind nur einige der theoretischen Vorzuge. Beachtlich auch: Der Mojo wandelt Digitalsignale mit Abtastfrequenzen bis zu aberwitzigen 768 Kilohertz, er kann sogar DSD-Signale mit 5,12 Megahertz verarbeiten.

Der Digitalton kommt uber einen Mikro-USB-Eingang, einen optischen Digitaleingang oder einen elektrischen Koaxialanschluss ins Kästchen. Alle notigen Kabelverbindungen gehoren zum Lieferumfang- iPhones allerdings brauchen einen zusätzlichen Adapter, der die Verbindung zwischen der Lightning-Schnittstelle und dem USB-Anschluss herstellt. Zwei Kopfhorer lassen sich uber Mini-Klinkenbuchsen anschließen. Den Versorgungsstrom bezieht das Gerät aus einem eingebauten Akku, der bis zu zehn Stunden durchhält. Dekorative Akzente setzen drei kugelformige Tasten zum Einschalten und zur Lautstärke-Einstellung. Sie leuchten mit wechselnden Farben – je nach Pegel und nach Abtastfrequenz der musikalischen Quelle.

Wir haben dem Knirps ausgiebig gelauscht, mit verschiedenen HiFi-Kopfhorern und anspruchsvollen In-Ear-Modellen. Das Ergebnis war durchweg eindeutig: Der Mojo bringt deutlich präzisere Rauminformation ins Spiel, lässt Buhnen großer und luftiger erscheinen, zeichnet Mitten samtweich und charmant, lässt Bässe konturierter knarren und Obertone zarter flirren – und vor allem: Er geht niemals akustisch in die Knie, nicht einmal dann, wenn symphonische Großeinsätze akustische ubersicht und souveräne Pegelfestigkeit verlangen. 599 Euro fur den kleinen Nachbrenner sind naturlich ein gesalzener Preis, aber ambitionierte Musikgenießer durften die Investition nicht bereuen.