Computer & Internet

Erstes Blackberry-Smartphone mit Android-Betriebssystem

• Bookmarks: 2


Ein radikaler Schnitt zur Zukunftssicherung: Blackberry bringt sein erstes Smartphone mit Googles Betriebssystem Android. Wir durften das neue Modell Priv schon mal ausprobieren.

Jetzt handelt Blackberry: Das hoch gelobte Betriebssystem 10 verkauft sich nicht mit den Smartphones aus dem eigenen Haus. Funf Millionen Geräte sollten es im Jahr mindestens sein, und davon ist das Unternehmen weit entfernt. Nun kommt ein radikaler Schnitt. Blackberry bringt sein erstes Smartphone mit Googles Betriebssystem Android. Das werden viele Freunde der Marke als Verrat empfinden. Blackberry steht fur Sicherheit, Android ist indes die unsicherste und am häufigsten angegriffene Software fur moderne Taschentelefone.

Damit der Spagat gelingt, wird tief in die Trickkiste gegriffen. Das neue Modell Priv, das Ende November nach Deutschland kommt, soll zunächst mit seiner cleveren Bauform begeistern: Schiebt man das Display nach oben, zeigt sich unten eine gute Tastatur in bester Blackberry-Tradition, die ein flinkes Tippen mit beiden Daumen erlaubt.

Das zum Rand hin gebogene Display des neuen Boliden sieht nicht nur aus wie beim Samsung S6 Edge, es stammt auch von den Koreanern und hat eine Auflosung von spektakulären 2560 – 1440 Pixel uber eine Diagonale von 13,7 Zentimeter, das sind 5,4 Zoll. Auch der Akku ist mit einer Kapazität von 3410 Milliamperestunden uppig. Nicht zuletzt hat die Kamera ein Objektiv von Schneider-Kreuznach eingebaut und soll mit einer Auflosung von 18 Megapixel sowie 4K-Videoaufzeichnung abermals Maßstäbe setzen.

Fur einen Startpreis von mehr als 750 Euro bekommt man also eine Ausstattung der Oberklasse. Jenseits erstklassiger Hardware hängt jedoch alles an der Software. Wir konnten den Priv schon kurz ausprobieren, es gibt etliche interessante Finessen: Auf das Android-5.1-System setzt Blackberry seine eigenen Apps, etwa den bekannten Hub, in dem man Konten und Dienste unabhängig von Google definiert. Wer nur im Hub lebt, kann in das neue Zuhause gleich einziehen. Aber es gibt viele kleine Unterschiede und manche Tucken im Detail.

Die gute Tastatur gefällt, indes fehlt nun im Vergleich mit den alten Blackberrys der automatische Sprachwechsel. Auch funktioniert noch nicht alles reibungslos. Die Kamera liefert beeindruckende Aufnahmen, selbst bei schlechter Beleuchtung. Der Akku hält nach unseren ersten Eindrucken ungefähr anderthalb Tage durch. Das neue System ist nicht so sicher wie ein Blackberry-10-Smartphone, sagt das Unternehmen, aber bosartige Software soll dank einer Härtung von Android blockiert werden.