Im Modellwechsel der iPhone-Familie bleibt sich Apple treu. Die beiden neuen Smartphones kommen mit einem stabileren Gehäuse und überzeugen mit besserer Kamera.
Wieder keine Revolution. Seit vergangenen Freitag sind zwei neue iPhone-Modelle im Handel, das 6s und das größere 6s Plus, und nahezu alle Rezensenten sind sich einig: Apple setzt auf den vorsichtigen Fortschritt. Das ist für die Freunde des Hauses keine Überraschung. Der Modellwechsel folgt einer Regie, die nahezu vorhersehbar ist: Alle zwei Jahre gibt es eine geänderte Bauform: 2010 kam das iPhone 4 als Nachfolger der älteren 3er-Modelle mit ganz neuem Design. 2012 das erste iPhone 5 mit größerem Display und 2014 die jetzige 6er-Baureihe mit der zweiten Modellvariante Plus. Zu ungeraden Jahreszahlen kommen die S-Modelle mit nahezu identischem Design und verbesserter Ausstattung im Detail. Zum jährlichen Modellwechsel gehören weiterhin zwei Konstanten: Die Preise der aktuellen Geräte sinken nie, und stets verkauft sich ein neues Produkt besser als seine Vorgänger.
Spektakel in den Stores: Verkaufsstart für iPhone 6s und 6s Plus
Die beiden neuen S-Modelle sind bei uns seit drei Wochen im Einsatz, die Daten und Fakten sind bekannt, wir können uns also auf Eindrücke und Erfahrungen konzentrieren. Design und Optik bieten keinen Anlass zu Überraschungen. Die Maße der jungen Geräte unterscheiden sich nur um Zehntelmillimeter von den alten. Hüllen und Halterungen für die Vorjahresprodukte sollten weiterhin passen. Wer ein Händchen fürs Gewicht hat, bemerkt den Unterschied zwischen alt und neu am ehesten: iPhone 6s und 6s Plus sind mit 143 und 192 Gramm jeweils 14 und 20 Gramm schwerer als ihre Vorgänger. Der Zuwachs ist nicht etwa einem stärkeren Akku geschuldet, sondern hochwertigeren Materialien und der Technik für das druckempfindliche Display, die Apple 3D Touch nennt.
Kürzere Wege durch 3D Touch
Das Gerät erfasst mit Sensoren rund um die Anzeige einen stärkeren Druck des Fingers und führt eine andere Funktion aus als mit leichtem Berühren. Die Technik an sich ist nicht neu. Aber sie wird hier durchgängig im Betriebssystem iOS 9 und in vielen Apps als weitere Bedienebene eingesetzt, an die man sich schnell gewöhnt. Ein längerer Druck auf das Mail-Symbol lässt vier wichtige Funktionen in einem Kontextmenü sofort aufploppen. Oder man kann im Kalender ein Ereignis sofort hinzufügen. Die Wege werden also kürzer, der feste Druck arbeitet wie die rechte Maustaste am PC. Es ist kein spektakuläres Detail, aber man gewöhnt sich schnell daran. Gleich dem Trackpad des Macbook gibt ein elektromagnetischer Motor ein taktiles Feedback, das sich verblüffend realistisch anfühlt.
Das Zusatzgewicht ist dem druckempfindlichen Display „3D Touch“ geschuldet. Das Gerät erfasst mit Sensoren einen stärkeren Fingerdruck und führt …Bilderstrecke
Auch das zweite neue Detail ist eingängig. Der biometrische Fingerabdruckscanner wurde so verbessert, dass man das Scannen des Daumens oder Zeigefingers nicht mehr als eigenständigen Vorgang wahrnimmt. Das Fingerauflegen auf den runden Homebutton weckt das Gerät und authentifiziert den Nutzer. Geschmeidiger und bequemer geht es wohl nicht mehr.
