Obwohl der amerikanische Leitindex im Vergleich zum Donnerstag wieder leichte Einbußen verzeichnete, deutet sich in der Wochenbilanz ein Plus an. Ansonsten blickt die Wall Street gespannt auf das Treffen der Zentralbanken.
Die Wall Street hat sich am Freitag im Verlauf auf etwas tieferem Niveau seitwärts bewegt. Der Dow Jones Industrial verlor zuletzt 0,24 Prozent auf 16.615,21 Punkte, nachdem er am Vortag seine steile Aufwärtsbewegung fortgesetzt hatte. Auf Wochensicht deutet sich fur den Leitindex damit ein Plus von rund 0,8 Prozent an. Der marktbreite S&P-500-Index sank am Freitag um 0,14 Prozent auf 1984,93 Punkte. Der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 bußte 0,14 Prozent auf 4318,86 Punkte ein. Händler erwarten anlässlich des derzeitigen Treffens von Vertretern der weltweit wichtigsten Zentralbanken in Jackson Hole keine großen Engagements der Anleger.
Vertreter der amerikanischen Notenbank Fed gaben am Freitag widerspruchliche geldpolitische Signale. Der stellvertretende Vorsitzende Stanley Fischer betonte, dass die Bank noch nicht uber eine Zinswende im September entschieden habe. „Es ist noch zu fruh um jetzt Aussagen uber eine Leitzinsanhebung im September zu treffen“, sagte er dem Fernsehsender CNBC. „Die Fed hat noch Zeit, um in den nächsten zwei Wochen die Konjunkturdaten zu beobachten.“
Narayana Kocherlakota, Präsident der regionalen Notenbank von Minneapolis, sagte hingegen: „Ich halte eine baldige Leitzinsanhebung fur nicht angemessen.“ Die weltweite Abschwächung der Konjunktur sei auch ein Risiko fur den amerikanischen Ausblick. Dies musse bei der Geldpolitik der Fed berucksichtigt werden. Grundsätzlich positiver beurteilt dagegen der Präsident der regionalen Notenbank von St. Louis, James Bullard, die Lage der amerikanischen Wirtschaft. Die Volatilität an den Finanzmärkten der vergangenen zehn Tage habe den Ausblick „nicht sehr“ verändert, sagte Bullard. Die Fundamentaldaten der amerikanischen Wirtschaft seien gut. Es gebe also keinen Grund fur die Fed ihre Strategie zu ändern.
Fur die Aktien von Apple ging es abwärts
An den Finanzmärkten wurde zuletzt angesichts der von China ausgehenden Turbulenzen immer weniger mit einer schnellen Leitzinserhohung in den Vereinigten Staaten im September gerechnet. Frische Konjunkturdaten aus Amerika fielen uneinheitlich aus. Die Zahl der wochentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den Vereinigten Staaten war uberraschend deutlich zuruckgegangen. Das Bruttoinlandsprodukt war zudem im zweiten Quartal stärker als erwartet gewachsen. Dagegen hatte sich das von der Universität Michigan erhobene Verbrauchervertrauen im August unerwartet stark eingetrubt.
Auf Unternehmensseite gab es vor allem Nachrichten aus der Gesundheitsbranche. Die anfangs festeren Aktien von Amgen verloren zuletzt 0,87 Prozent. Der Pharmakonzern hatte von der Gesundheitsbehorde FDA die US-Marktzulassung fur den Cholesterinsenker Repatha erhalten. Mylan-Papiere verloren 2,58 Prozent. Die Aktionäre des Pharmakonzerns stimmten fur ein 33 Milliarden Dollar hohes ubernahmeangebot fur den Konkurrenten Perrigo. Dessen Anteilsscheine sanken um 1,39 Prozent. Das Perrigo-Management lehnt das Ansinnen ab.
Fur die Aktien von Apple ging es um 0,19 Prozent abwärts. Erste Absatzzahlen zur Apple-Watch zeigten offenbar nur wenig Wirkung. Nach Berechnungen des IT-Marktforschers IDC konnte Apple im vergangenen Quartal 3,6 Millionen seiner Computeruhren verkaufen. Damit habe die Apple Watch aus dem Stand den zweiten Platz im Markt fur am Korper tragbare Technik, die sogenannten „Wearables“, erklommen. Die im S&P 500 enthaltenen Papiere des Bergbaukonzerns Freeport- McMoran gewannen 2,16 Prozent. Der Großinvestor und Multimilliardär Carl Icahn hat 8,5 Prozent an dem Unternehmen ubernommen. Die Titel waren bereits am Donnerstag um fast 30 Prozent gestiegen, nachdem Freeport-McMoran substanzielle Einsparungen angekundigt hatte. Die Papiere von United Continental und Activision Blizzard gewannen jeweils mehr als sechseinhalb Prozent. Beide Werte steigen in den S&P-500-Index auf und werden dadurch attraktiver fur Anleger.
