Jack Dorsey kauft ein Aktienpaket im Wert von umgerechnet fast 800.000 Euro. Der Aktienkurs des Unternehmens steigt zeitweise um mehr als 9 Prozent. Doch das hat noch einen zweiten Grund.
Im März vor neun Jahren setzte der Twitter-Grunder und derzeitige ubergangschef Jack Dorsey die allererste Botschaft uber den Kurznachrichtendienst ab. Seitdem hat er mehr als 17.100 der bis zu 140 Zeichen langen sogenannten Tweets uber Twitter verbreitet, und damit mal mehr mal weniger starke Reaktionen seiner Abonnenten hervorgerufen. Am Montag twitterte Dorsey wieder, und diesmal war der Widerhall der Nachricht bis zur Technikborse Nasdaq in New York zu spuren. „Investiere gerade in Twitters Zukunft“, schrieb Dorsey und verwies auf ein Dokument, das sein Unternehmen gerade bei der amerikanischen Borsenaufsicht eingereicht hatte. Aus dem Formular geht hervor, dass Dorsey ein Aktienpaket im Wert von umgerechnet rund 794.400 Euro gekauft hat.
Die Nachricht zeigte Wirkung. Der zuletzt stark gefallene Aktienkurs von Twitter stieg am Montag im Tagesverlauf um mehr als 9 Prozent. Zum Borsenschluss am Montag in New York war das Papier wieder 29,50 Dollar wert, fast 2,50 Dollar mehr als am vergangenen Freitag. Trotzdem ist die Aktie derzeit nur noch ein Schatten ihrer selbst. Seit dem vergangenen Oktober hat sie fast die Hälfte ihres Werts verloren. Damals kostete ein Anteilsschein fast 56 Dollar.
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Der Grund liegt vor allem darin, dass es dem Kurznachrichtendienst nicht schnell genug gelingt, seine Nutzerzahl zu vergroßern. Im zweiten Quartal dieses Jahres suchten 316 Millionen Menschen mindestens einmal im Monat Twitter auf – ein Wachstum um 14 Millionen gegenuber Ende März. Die meisten neuen Nutzer konnte das Unternehmen zudem in Schwellen- oder Entwicklungsländern zugewinnen. Das alles wirkt sich auf die Moglichkeit des Unternehmens aus, mit Werbung Geld zu verdienen – vor allem wenn man die Twitter-Nutzerzahl mit der anderer Netzwerke vergleicht. Die Reichweite von Facebook, dem großten sozialen Netzwerk der Welt, liegt mit 1,49 Milliarden monatlichen Nutzern rund funf Mal so hoch.
Auch weil der vorherige Vorstandsvorsitzende Dick Costolo es nicht vermochte, die Nutzerzahl zu verändern, ubernahm Dorsey Mitte Juni wieder den Chefposten. Allerdings soll er nur vorubergehend an der Spitze des Unternehmens bleiben, um seinen eigenen Nachfolger zu finden. Dass Dorsey dabei ein wenig Zuversicht verbreitet, kann dem Unternehmen nicht schaden. In den vergangenen Wochen umwaberten Twitter immer wieder ubernahmegeruchte. Unter anderem wurden der Suchmaschinenkonzern Google, das Netzwerk Facebook und der Technikkonzern Apple als potentielle Käufer genannt.
Dass sich der Aktienkurs von Twitter am Montag erholte, lag aber auch an einer zweiten Meldung. Twitter und die amerikanische National Football League (NFL) verlängerten ihre Partnerschaft. Dabei geht es darum, dass die NFL noch mehr Inhalte aus den Ligaspielen zuerst uber Twitter verbreitet, zum Beispiel besonders spannende Spielszenen oder Spielzusammenfassungen. Der Kurznachrichtendienst und die Football-Liga arbeiten schon seit 2013 zusammen.
