Die Vereinten Nationen haben sich auf neue Entwicklungsziele geeinigt: In 15 Jahren soll Armut Geschichte sein. Nun müssen 2,5 Billionen Dollar aufgetrieben werden.
Die Vereinten Nationen haben sich auf neue Entwicklungsziele für das Jahr 2030 geeinigt. Die 193 Mitgliedsstaaten verabschiedeten in New York 17 sogenannte Nachhaltige Entwicklungsziele (SDG). Die in mehr als zwei Jahren ausgehandelten Vorsätze sollen vor allem den Ärmsten der Welt helfen und die Erfolge der Jahrtausendziele (2000 bis 2015) sichern.
„Armut überall auf der Welt beseitigen“
Mit den SDG nimmt sich die Menschheit vor, innerhalb der nächsten 15 Jahre „die Armut überall auf der Welt und in jeder ihrer Formen“ und den Hunger zu beseitigen. Der Katalog soll im September auf einem Gipfel in New York von den Staats- und Regierungschefs aus aller Welt verabschiedet werden.
„Unsere Generation könnte die erste sein, die die Armut ausrottet, ebenso wie wir die letzten sein könnten, die die Chance haben, den Planeten zu retten“, heißt es in dem Aktionsplan. Die 17 Ziele sollen ab dem 1. Januar 2016 gelten. Ihre Umsetzung ist freiwillig und jeder Staat entscheidet selbst, wie er die Ziele erreichen will. Allerdings soll die Umsetzung anhand fester Indikatoren regelmäßig überprüft werden.
Das neue Paket soll die auslaufenden Millenniums-Ziele ersetzen. Nicht alle Ziele wurden erreicht. So sollten bis 2015 alle Kinder auf eine Grundschule gehen können. Derzeit ist das aber nur etwa 91 Prozent der Kinder möglich. Zudem steigt der Anteil der Kindersterblichkeit in Südasien und in Afrika südlich der Sahara an. „Die Arbeit ist noch nicht getan, und sie muss in einer neuen Entwicklungsära weitergehen“, heißt es in einer eigenen Evaluierung der Vereinten Nationen.
Erfolgreich war der Kampf gegen die die extreme Armut. Sie ist in den letzten 20 Jahren deutlich zurückgegangen. 1990 lebte fast die Hälfte der Bevölkerung der Entwicklungsländer von weniger als 1,25 Dollar pro Tag. Dieser Anteil ist 2015 auf 14 Prozent gesunken.
2,5 Billionen Dollar
Entscheidend ist die Finanzierung. Bei einer internationalen Konferenz in Addis Abeba hatten die Teilnehmer Mitte Juli festgestellt, dass für die Umsetzung nachhaltiger Entwicklung in den kommenden 15 Jahren 2,5 Billionen Dollar nötig seien. Die Privatwirtschaft soll einen Großteil dieser Gelder bereitstellen.
Als Ziel Nummer 13 wird der Kampf der Staatsregierungen gegen den Klimawandel und dessen Folgen genannt. In diesem Zusammenhang wurde die Bedeutung der Verhandlungen über ein verbindliches internationales Klimaschutzabkommen hervorgehoben, die im Dezember bei der Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Paris zu einem erfolgreichen Abschluss geführt werden sollen. In Paris müsse „ein ehrgeiziges und umfassendes Klima-Abkommen“ vereinbart werden, heißt es in dem nun vorgelegten Aktionsplan.
