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Tennisprofi Maria Scharapowa: Das Spiel ihres Lebens

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Maria Scharapowa ist eine der besten Tennisspielerinnen. Und sie ist die Sportlerin, die sich in der Luxusbranche am lukrativsten vermarktet. Wie macht sie das bloß?

Wer sich Maria Scharapowa zu nähern versucht, der sollte auf der Hut sein. Sie mag schöne Augen machen, apart lächeln, ihre blonden Strähnen mit einer eleganten Handbewegung aus der Stirn streichen, die Beine grazil übereinanderschlagen und parlieren wie ein Frollein von Welt, wenn sie es für angebracht hält. Alles schön und gut und ausgesprochen reizend.

Aber Achtung: Dieses einnehmende Wesen kann auch anders. „Lassen Sie sich von dem bezaubernden Lächeln und diesen Augen nicht in die Irre führen“, hat einer ihrer langjährigen Wegbegleiter, der amerikanische Trainer Nick Bollettieri, all jenen mit auf den Weg gegeben, die sich der Russin nähern wollen. „Sie ist so konkurrenzorientiert wie niemand sonst auf der Welt.“

Maria Sharapova of Russia attends the Taste Festival at the Grand Palais in ParisGefürchteter Champion, gesuchte Werbepartnerin

Maria Scharapowa wird von der Werbebranche geliebt und von ihren Gegnerinnen gefürchtet. Auch die Öffentlichkeit ist beim Auftreten des Tennisstars, der aus der westsibirischen Kälte kam, hin und her gerissen. Einige bescheinigen ihr eine russische Seele, andere erkennen vor allem amerikanische Geschäftstüchtigkeit. Und so bleibt auch nach unserem Treffen an einem schwülheißen Tag in Miami die Frage: Was ist täuschend, was ist echt an der am besten verdienenden Sportlerin der Welt, die in Tennis und Mode macht, in Süßigkeiten und noch viel mehr?

Im Grunde tut Maria Scharapowa nichts anderes, als ihre Marke zu schützen – auf den Tennisplätzen und im Geschäftsleben. Die Russin, die jedes der vier bedeutendsten Tennisturniere (Melbourne, Paris, Wimbledon und New York) mindestens einmal gewonnen und auch die Damen-Weltrangliste eine Zeitlang angeführt hat, ist das begehrteste Frauengesicht der Sportwelt. Ihre Partner gehören zu den Besten ihrer Branchen. Maria Scharapowa wirbt für Luxusuhren, Nobelautos, Kosmetik, Sportartikel, Genussmittel. „Luxus ist ein Gefühl“, sagt sie, „ein Gefühl von Komfort, Prestige, Eleganz und Klasse.“ Bevor nun aber jemand auf die Idee kommen könnte, sie verbringe ihre Tage damit, es sich rundum gut gehen zu lassen, schickt sie gleich hinterher: „Verschrieben habe ich mich aber dem Sport. Dafür bringe ich viele Opfer.“

34692580Werbetermin für ein Wasser in Paris

In Maria Scharapowa verbindet sich russisches Gefühl mit amerikanischer Denkungsart, die sie sich von klein auf angeeignet hat. Im Alter von sechs Jahren wurde die in Sibirien geborene Russin als Tennistalent entdeckt. Ein Jahr später verließ sie ihre Heimat, um in Bollettieris Akademie in Florida ihr Glück zu suchen. Ihre Mutter blieb in Russland, der Vater Juri, ein Ingenieur, begleitete sie nach Amerika – mit kümmerlichen Englisch-Kenntnissen und einem geliehenen Startkapital von 700 Dollar. In Florida versuchte er sich und seine Tochter, die nie eine Schule besucht hat, sondern daheim von den Eltern unterrichtet wurde, mit McJobs über Wasser zu halten. Zu Bollettieris Drill-Camp brachte er das Mädchen mit dem Fahrrad. Er saß vorne auf dem Sattel und trat in die Pedale, sie nahm auf dem Gepäckträger Platz.