Finanzen

Studie zur Vermögensbildung: Asiatische Milliardäre sind jünger

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Wer es zu großem Reichtum bringen will, sollte eine innovative Idee haben – das hat eine Studie über die globale Vermögensbildung herausgefunden. Selfmade-Milliardäre machen weltweit zwei Drittel der Superreichen aus.

Vom Tellerwäscher zum Millionär oder sogar Milliardär – aus diesem Stoff sind Träume gemacht. Doch nur den wenigsten gelingt ein solcher Aufstieg. Wer finanziell reich werden möchte, der braucht eine wirklich gute Idee oder besser mehrere, und er sollte zudem mutig sein. Denn Unternehmertum ist ein Haupttreiber für die Vermögensbildung auf der Welt. Zu diesem Ergebnis kommen die Schweizer Bank UBS und die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC in einer Studie.

Demnach haben in den vergangenen zwei Jahrzehnten auf der ganzen Welt 917 Selfmade-Milliardäre ihr Vermögen aus eigener Kraft geschaffen und gut 3,6 Billionen Dollar (rund 3,3 Billionen Euro) verdient. Sie machen zwei Drittel der Milliardäre insgesamt aus, im Jahr 1995 hatten die Selfmade-Milliardäre nur einen Anteil von 43 Prozent. Fast die Hälfte der neuen Milliardäre finde sich in den Vereinigten Staaten und ein gutes Drittel in Asien, heißt es in der Studie. Mit einem Anteil von rund 17 Prozent sei Europa auf den dritten Platz abgerutscht. Für die Studie wurden Daten von rund 1300 Milliardären mit einem Vermögen von 5,4 Billionen Dollar aus den 14 größten Märkten analysiert. Sie stehen für drei Viertel des Vermögens der Milliardäre auf der ganzen Welt.

In Amerika ist der Finanzsektor Quell des Vermögens

Freilich gilt auch hier wie anderswo: Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Der Studie zufolge haben 23 Prozent der derzeitigen Selfmade-Milliardäre ihr Unternehmen gestartet, als sie noch keine 30 Jahre alt waren. Doch ein wenig Geduld braucht es dann doch. Nur wenige davon hätten den Milliardärs-Status vor einem Alter von 40 Jahren erreicht, besagt die Analyse. Entgegen der gängigen Vorstellung, besäßen 82 Prozent dieser Milliardäre einen Hochschulabschluss. Für ihren Erfolg seien dabei weniger Glück oder das Umfeld verantwortlich, sondern typischerweise eine hohe, aber clevere Risikobereitschaft, ein starker Fokus auf das Geschäft und eine besondere Einstellung zur Arbeit. Ausgeprägt sei unter anderem die Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen. Zudem setzten sie selten alles auf eine Karte.

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Besonders in den Vereinigten Staaten geht es dabei offenbar wortwörtlich ums Geld. Mit 30 Prozent sei der Finanzsektor der Hauptquell der dortigen Milliardäre, ergibt die Studie. Das Durchschnittsvermögen betrage hier rund 4,5 Milliarden Dollar. Im Gegensatz dazu hätten sich europäische Milliardäre mehrheitlich in der Konsumgüterbranche etabliert. Sie machten einen Anteil von 49,5 Prozent der Milliardäre insgesamt aus. Unter asiatischen Milliardären seien es 20 Prozent. Mit durchschnittlich 5,7 Milliarden Dollar seien Europäer in dieser Erfolgsbranche deutlich vermögender als asiatische Unternehmer mit 3,2 Milliarden Dollar.

Immer mehr Milliardäre unterstützen soziale Zwecke

Insgesamt sind demnach mehr als zwei Drittel der Milliardäre auf der ganzen Welt älter als 60 Jahre. Allerdings haben asiatische Milliardäre offenbar mehr von ihrem Reichtum. Sie sind der Studie zufolge mit 57 Jahren im Durchschnitt zehn Jahre jünger als die Milliardäre in Amerika und Europa. Zugleich ist die Lebenserwartung in einigen asiatischen Ländern wie Japan deutlich höher als in vielen westlichen Staaten. Dabei sei rund ein Viertel der asiatischen Milliardäre in Armut aufgewachsen, in Amerika seien es nur 8 Prozent und in Europa 6 Prozent, besagt die Studie. UBS und PWC rechnen mit einer Verschiebung der globalen Vermögensbildung nach Asien und nachlassendem Wachstum.

Und was machen die Unternehmer mit ihren Unternehmen? In Amerika und Europa behielten 60 Prozent ihr Unternehmen, ein Drittel verkaufe Teile des Geschäfts über einen Börsengang und 10 Prozent ließen sich auszahlen, ist ein weiteres Ergebnis der Studie. Vor allem Europäer und Asiaten sind demnach auf ihre Familie bedacht: Bei mehr als der Hälfte der europäischen und asiatischen Milliardäre bleibt das Unternehmen in der Familiendynastie. In den Vereinigten Staaten ist dies nur bei einem Drittel der Fall.

Dabei kommt der Reichtum zunehmend auch der Allgemeinheit zugute. Immer mehr Milliardäre verfolgten bei der Vermögensübertragung und dem Nachlass einen philanthropischen Ansatz, ergibt die Studie weiter. Sie unterstützten auf der ganzen Welt Bildung, Gesundheit und humanitäre Zwecke.