
In den ersten drei Monaten dieses Jahres sind auf der ganzen Welt 23 Technologieunternehmen mit Emissionserlösen von 6,1 Milliarden Dollar an die Börse gegangen. Damit war es laut der Beratungsgesellschaft PWC das zweitstärkste Quartal für Technologiebörsengänge seit fünf Jahren.
Dieses Jahr scheint ein gutes für Technologieaktien zu sein – bisher zumindest. Der Tec-Dax hat rund 22 Prozent zugelegt. Der Dax liegt nur 19 Prozent im Plus. In den Vereinigten Staaten zeigt sich ein ähnliches Bild. Der Nasdaq Composite hat rund 6 Prozent an Wert gewonnen – durch die Schwäche des Euro zum Dollar werden daraus aus europäischer Sicht 15 Prozent. Für den Dow Jones Index beläuft sich das Plus auf 2 beziehungsweise 11 Prozent.
Zudem war das erste Quartal 2015 für Technologiebörsengänge das zweitstärkste seit fünf Jahren. Dies hat die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PWC festgestellt. Auf der ganzen Welt seien 23 Technologieunternehmen an die Börse gegangen und hätten dabei 6,1 Milliarden Dollar an Emissionserlösen erzielt. Erfasst wurden alle Börsengänge, die ein Volumen von 40 Millionen Dollar oder mehr haben. Insgesamt wagten demnach Technologieunternehmen aus elf Ländern den Sprung auf das Börsenparkett. Die größten Börsengänge der Branche hätten sich mit jeweils drei Debüts gleichmäßig auf China, die Vereinigten Staaten und Europa verteilt, heißt es weiter von PWC.
Den größten Börsengang des Quartals hat es demnach in Großbritannien gegeben. Der Onlinemarktplatz Auto Trader Group ist für 2,4 Milliarden Dollar an die London Stock Exchange gegangen. Insgesamt haben sich die Börsengänge mit europäischer Beteiligung laut PWC auf 3 Milliarden Dollar summiert. Das seien 38 Prozent mehr als noch im Vorjahresquartal. Während auch in China das Emissionsvolumen (1,1 Milliarden Dollar) im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist, sind in den Vereinigten Staaten sowohl die Zahl der Börsengänge als auch das Volumen (1,4 Milliarden Dollar) gefallen.
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Die meisten Technologieunternehmen sind in ihrer Heimat an die Börse gegangen. Dies gelte auch für China, heißt es von PWC. Die neuen regulatorischen Vorschriften erforderten für einen Börsengang keine vorherige Zustimmung der Behörden mehr. Insgesamt wählten demnach nur drei der etwa zwei Dutzend Neulinge einen ausländischen Handelsplatz. Wie schon in den vergangenen vier Jahren hat der Bereich Software und Internet wieder an der Spitze gelegen. Hier hat es laut PWC acht Debüts gegeben – ein Drittel aller Börsengänge. Der Bereich hat mit 3,4 Milliarden Dollar rund 56 Prozent der gesamten Emissionserlöse erbracht.
Technologieaktien gehörten häufig zu den frühzyklischen und volatilen Titeln, sagt Werner Ballhaus, Leiter Technologie, Medien und Telekommunikation. Im aktuellen schwankungsfreudigen Marktumfeld sei es daher nicht leicht, den richtigen Zeitpunkt für einen Börsengang zu finden. Zudem stehe den Unternehmen auch Geld aus anderen Quellen zur Verfügung. Seiner Ansicht nach dürften sich die Technologie-Börsengänge daher im Jahr 2015 auf relativ hohem Niveau bewegen, aber voraussichtlich unter den Rekordwerten des Vorjahres bleiben. Im September 2014 hatte der chinesische Internetriese Alibaba mit 25 Milliarden Dollar in New York das größte Börsendebüt aller Zeiten gegeben. Derzeit kostet die Aktie 87 Dollar. Verglichen zum Emissionspreis macht dies ein Plus von 28 Prozent.
