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Das Android-Smartphone mit dem Ohr freirubbeln

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Der Finger ist nicht mehr genug: Forscher von Yahoo haben eine Methode entwickelt, um ein Android-Smartphone auch mit dem Ohr oder der Faust zu entsperren. Aber wozu eigentlich?

Forscher sind der Motor des Fortschritts. Häufig entwickeln sie aber auch Dinge, ohne darauf zu achten, ob die Erkenntnis der Menschheit etwas nützt oder nicht. So jüngst geschehen bei Yahoo Labs, wie Business Insider berichtet. In diesem Fall geht es um Smartphone-Nutzer.

Für sie haben Christian Holz, Senaka Buthpitiya und Marius Knaust eine Methode entwickelt, wie man ein Android-Smartphone entsperren kann, indem man es leicht an seinem Ohr hin- und her rubbelt. Alternativ kann man auch die Faust aufs Display drücken oder es mit einer Hand fest umschließen.

Das Display wird für die Authentifizierung genutzt

Im Gegensatz zum iPhone 6 oder Samsungs S6 und S6 edge, die für diesen Zweck einen Fingerabdruck-Scanner im Homebutton integriert haben, nutzen die Yahoo-Forscher für die biometrische Authentifizierung die kapazitiven Eigenschaften des Displays. Wie man auf dem Bild sieht, ist diese Methode für beliebige Körperteile denkbar.

Die Auflösung der Scanner von Apple und Samsung ist zwar höher, dafür ist die Auflagefläche kleiner. Außerdem müssen die Hersteller extra einen Sensor einbauen, den man eher bei den teureren Oberklassen-Smartphones findet. Nutzt man für die biometrische Authentifizierung nun eine große Fläche des Displays, erreicht man ähnliche Werte. Die Sensoren sind bereits vorhanden.

Forscher: Entsperr-Quote von fast 100 Prozent

Nach Aussagen der Forscher bietet ihre Methode mehr Genauigkeit beim Scannen. Ein Test mit zwölf Teilnehmern habe eine Entsperr-Quote von 99,52 Prozent ergeben.

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Allerdings erschließt sich aus Nutzersicht nicht wirklich, warum sich dieses Verfahren durchsetzen sollte. Schließlich gibt es auf Android-Smartphones seit Jahren die Möglichkeit, das Smartphone durch eine selbst definierte Wischgeste oder einen Knock-Code zu entsperren. Dies ist keine biometrische Lösung und auch nicht als Passwort-Ersatz etwa bei Bezahlvorgängen gedacht.

Doch so etwas haben die Yahoo-Forscher wohl auch nicht im Sinn. Denn wie ihre Demo-Videos zeigen, ist die Methode lediglich zum Entsperren gedacht. Sollten Sie demnächst jemanden dabei beobachten, wie er sein Android-Smartphone verdächtig am Ohr hin- und her rubbelt, könnte die Yahoo-Forschung in der Wirklichkeit angekommen sein.