
Der neue Kopfhörer von Philips sucht Anschluss bei Apple: Er hat statt Klinke einen Lightning-Anschluss und braucht etwa iPhone oder iPad als Zuspieler.
Kopfhörer haben einen Klinkenstecker, entweder einen dünnen zum Anschluss an Mobilgeräte oder einen dicken zum Andocken an die HiFi-Anlage. Falsch. Eine Handvoll Hersteller baut Hörer mit einem flachen Lightning-Stecker, der den neueren Tablets und Smartphones von Apple (ab iOS 8) Musik in digitaler Form abzapft. Als einer der Ersten kommt der Philips Fidelio M2L in die Läden.
Das kompakte Modell für um die 280 Euro zählt zur Gattung der On-Ear-Hörer. Seine Hörkapseln sitzen auf den Ohrmuscheln. Damit nichts drückt, tragen sie ein dickes Polster aus weichem Kunstleder. Sogar echtes Leder ziert den ebenfalls gut gepolsterten Tragebügel. Die rechte Kapsel birgt neben der 40 Millimeter großen Membran auch eine ganze Menge Elektronik: Ein Digital-Analog-Wandler setzt die Musikdaten in Tonschwingungen um, ein Verstärker sorgt für adäquate Pegel.
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Den nötigen Versorgungsstrom beziehen diese Baugruppen ebenfalls über die Lightning-Kontakte. Philips – beziehungsweise der Lizenznehmer Woox Innovations – wirbt mit der Fähigkeit des M2L, auch hochaufgelöste Musikdateien wiederzugeben. Oberhalb von 24 Bit/48 Kilohertz allerdings geht nichts mehr- die Ausgabe von Signalen mit noch höheren Abtastfrequenzen scheitert an den Vorgaben von Apple.
Das allerdings stört allenfalls in der Theorie. Praktisch bedeutsamer ist eine andere Apple-Restriktion: Der Hersteller will nicht, dass Lightning-Hörer auch als Headsets funktionieren, sich also mit einem Kabelmikrofon fürs Telefonieren qualifizieren.
Saftige Beats mit saftigem Bass
Gegen die Fernsteuerung des Abspielgeräts dagegen hat Apple nichts einzuwenden. Der M2L trägt die nötigen Bedienelemente auf der rechten Hörkapsel: Ein kleiner Drehschalter ist für die Lautstärke zuständig, die Funktionen Start, Stopp oder Sprung zum nächsten Titel löst man durch Antippen der Außenfläche aus. Die Digitalübertragung soll theoretisch zum einen den Wandler seinen Artgenossen im Smartphone hörbar ausstechen, zum anderen kann die Elektronik im Hörer das akustische Feintuning unterstützen.
In der Praxis löst der M2L das musikalische Geschehen im Mittel- und Hochtonbereich tatsächlich bemerkenswert sauber auf und macht selbst feine Details klar hörbar. Seine eigentliche Vorliebe aber gilt dem Bassbereich, der für einen Hörer dieser Größe ungewöhnlich üppig geriet. Darüber dürften sich vor allem junge Leute freuen, die saftige Beats am liebsten körperlich spüren.
