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Amazons Fire-TV-Stick im Test: Das kann der Streaming-Stick

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Es ist Amazons jüngste Offensive gegen Google und Apple: An diesem Mittwoch landen tausende Fire-TV-Sticks in den Briefkästen. Das Angebot ist äußerst attraktiv – unter einer Voraussetzung.

Es geht um viel Geld. Amazon hatte Google und Apple im Herbst des vergangenen Jahres mit seinem Fire TV angegriffen. Die schwarze Kiste, die Apple TV sehr ähnlich sieht, ist eine Set-Top-Box, die aus dem Fernseher eine Videothek macht. Kostenpunkt: 99 Euro. Sie funktioniert nur, wenn man Prime-Mitglied ist. Dann können Kunden tausende Filme und Serien kostenlos schauen, Spiele herunterladen und auf die Mediatheken von ARD und ZDF zugreifen.

Amazon hat nun den Einstieg einfacher und günstiger gemacht. Es gibt Fire TV ab sofort auch als Stick. Und der ist viel billiger. Der Stick kostet nur 39,90 Euro, an den ersten beiden Tagen konnten Prime-Mitglieder ihn für 19 Euro vorbestellen und wer eine Prime-Mitgliedschaft abschließt, bezahlt sogar nur 7 Euro. An diesem Mittwoch liefert Amazon die ersten Sticks offiziell aus. Einige Kunden haben ihn bereits bekommen.

Das sind Kampfpreise, mit denen Amazon die Konkurrenz deutlich hinter sich lässt. Es gibt zwar auch Anbieter wie Netflix oder Watchever, deren Angebot auf vielen Smart-TV-Bereichen der Hersteller zu finden sind und sich damit ein Hardware-Kauf erübrigt. Doch dafür bezahlt man monatlich mindestens 8 Euro. Die Prime-Mitgliedschaft kostet umgerechnet etwas mehr als 4 Euro pro Monat. Schneller Gratis-Versand bei Amazon inklusive.

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Das neue Fire-TV-Produkt wird in den HDMI-Eingang des Fernsehers gesteckt. Leider reicht die Energieversorgung über die Schnittstelle nicht aus, sodass der Stick via Micro-USB mit der Steckdose verbunden werden muss. Im Vergleich zur Fire-TV-Box spart man also nur den Platz, den die Kiste unterhalb des Fernsehers einnimmt.

Auf der Suche nach den Schwächen des Sticks gegenüber der Box wird man einfach nicht fündig. Bei der Kiste hatte Amazon noch mit dem Quad-Core-Prozessor mit Adreno 320-Grafikmodul und 2 Gigabyte Arbeitsspeicher geworben, der für ein ruckelfreies und flüssiges Bedienen des Menüs sorgt. Doch das schafft der Dual-Core-ARM mit 1 Gigabyte Arbeitsspeicher im Alltag auch. Jedenfalls ist während unseres Tests nie eine Situation eingetreten, in der wir warten mussten.

33906396Wer ihn in die Hand nimmt, kann nicht viel falsch machen

Zudem fast der Stick mehr als 5 Gigabyte, um Apps und Spiele zu speichern. Was fehlt dann noch? Die Fernbedienung mit Mikro, um das Menü per Sprache zu steuern. Doch das lässt sich immerhin auch per Smartphone bewerkstelligen. Die Fire-TV-Remote-App gibt es für iOS und Android. Ihre Steuerung per Sprache funktioniert einwandfrei. Zwei Aspekte, die im Vergleich zur Box fehlen, haben wir noch gefunden. Dort kann man den Speicherplatz per USB-Stick erweitern. Das jüngste Update des Betriebssystems lässt das zu. Und es gibt beim Stick keinen optischen Audio-Ausgang. Der kann praktisch sein, wenn man die Möglichkeit nutzt, bei Amazon gekaufte Musik über Fire TV zu streamen.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Amazons Angebot „Prime Instant Video“ ist eine Video-On-Demand-Flatrate, die viele, aber natürlich nicht alle Filme umfasst. Wer die jüngsten Hollywood-Blockbuster sehen will, muss pro Film zahlen. Da nehmen sich Amazon, Apple oder Maxdome nicht viel. Und wie unsere Stichproben beim Test der Fire-TV-Box gezeigt haben, sind die aktuellen Filme nur kostenpflichtig vertreten. Dennoch wird man meist im Gratis-Bereich fündig. Insofern ist der Stick für Prime-Kunden ein attraktives Angebot. Er dürfte für einige Amazon-Nutzer der Grund sein, Prime-Mitglied zu werden.

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