
Der Dermatologe Fredric Brandt, der als „Botox-Baron“ bekannt wurde, ist tot in seinem Haus aufgefunden worden. Er hat die Karrieren vieler Filmstars und Moderatoren um Jahre verlängert – und auch in seinem eigenen Gesicht keine Falten geduldet.
Dieses Mal trauern Hollywoods Filmstars und New Yorks Fernsehmoderatoren gemeinsam. Der Tod des amerikanischen Dermatologen Fredric Brandt, als Spezialist für jugendlich glatte Haut unter Prominenten als „Botox-Baron“ bekannt, ist tot auf seinem Anwesen in Coconut Grove bei Miami gefunden worden. Ein Freund entdeckte den leblosen Körper des Fünfundsechzigjährigen am Sonntag mit einem weißen Handtuch und einem gelben Seil um den Hals in der Garage. Wie die Polizei in Florida inzwischen bestätigte, erhängte sich der Mediziner. „Er litt unter Depressionen“, teilte Brandts Sprecherin Jacquie Trachtenberg mit.
Der Dermatologe galt über Jahrzehnte als erste Adresse für Prominente, die ihre Karriere vor der Kamera allen Alterungsprozessen zum Trotz verlängern wollten. Zu Brandts Patientinnen zählten neben der „Queen of Pop“ Madonna und dem Model Stephanie Seymour auch Fernsehmoderatorinnen wie Kelly Ripa, Joy Behar und Laurin Sydney. „Ich habe 18 Jahre vor der Kamera gewonnen, weil Fred mich behandelt hat“, sagte Sydney, früher Moderatorin bei dem Sender CNN, der „New York Times“.
Brandt, der am 26. Juni 1949 als Sohn eines Süßwarenhändlers in Newark bei New York zur Welt kam, spritzte seinen Patientinnen vor allem Botox und Filler wie Restylane und Juvéderm, um Falten zu glätten. Als Autor und Radiomoderator konnten ihn auch Amerikaner konsultieren, die sich die bis zu 7000 Dollar teuren Behandlungen in seinen Praxen in Miami und New York nicht leisten konnten.
Da Brandt sich auch selbst immer wieder eine Spritze gönnte, fiel er in den vergangenen Jahren durch ein Gesicht auf, das die „New York Times“ mit einer „Maske gleichmütiger Unbeweglichkeit“ verglich. Als die Schauspielerin und Drehbuchautorin Tina Fey jetzt für die Serie „Unbreakable Kimmy Schmidt“ einen Dermatologen schuf, der mit blondem Rundschnitt, aufgespritzten Lippen und sonnengebräuntem Gesicht stark an den Mediziner erinnerte, soll Brandt gelitten haben. „Natürlich hat ihn diese Darstellung verletzt. Sie war bösartig. Man hat sich mit seinem Äußeren einen Spaß erlaubt. Das mag niemand“, sagte eine Vertraute dem Magazin „People“. Vorwürfe, die Filmfigur habe Brandt in den Tod getrieben, wies die Freundin aber zurück. „Das war nicht der Grund für seinen Suizid. Aber geholfen hat es bestimmt auch nicht.“
