
Der Router ist die Schaltzentrale für nahezu sämtliche Elektronik in der Wohnung oder im Haus. Im Smart Home wird er wichtiger denn je. Was die Alleskönner alles können.
Früher kappte der böse Bube, der sich in einem fremden Haus zu schaffen machte, als Erstes die Telefonleitung. Heute müsste er sich auf den Router stürzen, denn das ist die Kommunikationszentrale im Haus. Nicht nur, dass eine eventuell vorhandene Überwachungskamera am Router angeschlossen ist. Auch telefoniert wird immer öfter allein übers Netz. Der Router spielt stets die Hauptrolle, ohne ihn gibt es keinen Netzwerkverkehr. Er ist der Chef für die Netzanbindung und die Schaltstelle, an der Datenpakete auflaufen. Er regelt den Datenverkehr zwischen verschiedenen Netzwerken, er kennt die Straßen und Adressen. Router leiten Datenpakete weiter oder blockieren sie, vom englischen Begriff „Routing“ ist ihr Name abgeleitet.
Die derzeitigen Modelle vereinen diverse Geräte unter einem Dach: Sie sind Netzwerkweichen, sie haben ein DSL-Modem eingebaut, und sie übernehmen die W-Lan-Funkversorgung im Haus. Zu der ohnehin vorhandenen Netzwerkfunktionalität gesellen sich weitere Extras. Etwa das eingebaute Dect-Modul, das die Basisstation des Schnurlostelefons überflüssig macht. Ein Anrufbeantworter ist häufig ebenfalls dabei, und viele Modelle ersetzen sogar ein Faxgerät, das für dringenden Schriftverkehr mit Ämtern, Anwälten oder Banken noch immer seine Berechtigung hat.
Geht es um die Königsklasse der Router, um die Alleskönner für gehobene Ansprüche, fällt sofort ein Name: Es muss eine Fritzbox des deutschen Herstellers AVM sein. Sie gilt vielen als Referenz, an der sich andere messen – und gemessen werden. Das wiederum sei eine schöne Legende, widersprechen manche Fachleute: Ein Router von der Telekom, von Huawei, D-Link oder Netgear sei fast ebenso gut und reiche für die meisten Anforderungen und den typischen Haushalt bestens aus. Etliche Internetanbieter schreiben sogar den vom Kunden zu verwendenden Router vor. Für andere Geräte werden die Zugangsdaten nicht herausgerückt. Diese nur in Deutschland anzutreffende Einschränkung will das Bundeswirtschaftsministerium nun unterbinden und die Wahl des Endgeräts gesetzlich verankern.
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Welche Finessen die frei erhältlichen Topgeräte bieten, hat unlängst die Fachzeitschrift „c’t“ illustriert, ebenfalls am Beispiel der Fritzbox. Auf sage und schreibe 20 Magazinseiten wird dargestellt (Ausgabe 6/2015), „was sich aus dem Router rauskitzeln lässt“. Bis in die letzten Details muss man nicht gehen. Eine Tour durch die Hauptabteilungen zeigt den Stand der Routertechnik. Wer vergleichend einzelne Funktionen prüft und den Blick in die Tiefe wagt, sieht dann doch und immer wieder die Vorzüge der Fritzbox.
Im Bereich der Telefonie zum Beispiel ist das eingebaute Dect-Modul keine Weltsensation. Auch einen Speedport-Router der Telekom kann man wie die Fritzbox zur kleinen Telefonanlage aufrüsten. Herkömmliche analoge Geräte lassen sich ebenso wie ISDN-Telefone anschließen. Wer mit All IP oder ISDN mehrere Rufnummern hat, programmiert eine Familien-Telefonzentrale mit vielen individuellen Einstellungen. Aber schon beim Anrufbeantworter zeigen sich die Unterschiede. Bis zu fünf verschiedene lassen sich nur mit der Fritzbox einrichten, und fürs Kinderzimmer benötigt der Fritzboxer nicht unbedingt ein eigenes Schnurlos-Telefon: Mit den passenden Apps lassen sich Smartphones und Tablet PC auch per W-Lan wie ein herkömmliches Gerät anbinden. Es klingelt also bei eingehenden Telefonaten auf dem iPhone, und abgehend lässt sich aus der App heraus ebenfalls zu Festnetzbedingungen telefonieren.
