Ausland

Sipri-Bericht: Waffenexporte aus China höher als aus in Deutschland

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Peking und Moskau sind die Aufsteiger im weltweiten Rüstungshandel. Und das Reich der Mitte will noch mehr Geld in Waffen und Panzer stecken.

Die Vereinigten Staaten haben ihre Führungsrolle im internationalen Waffenhandel behauptet. Allerdings schließen Russland und China rasch auf. Beide Länder rangieren gegenwärtig auf dem zweiten und dritten Platz unter den Rangliste der größten Waffenexporteure der Welt.

Die wichtigsten Abnehmer von Waffen aus amerikanischer oder russischer Produktion sind dagegen in Indien, Asien sowie im Nahen Osten zu finden, heißt es in einer aktuellen Studie des schwedischen Instituts für Friedensforschung Sipri.

Die Ausfuhren amerikanischer Rüstungshersteller an Abnehmer in Südostasien oder dem Nahen Osten nahmen in den vergangenen vier Jahren um 23 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum zwischen 2005 und 2009 zu. Dabei hat sich der Anteil Nordamerikas von einst 29 Prozent auf heute 31 Prozent am Gesamtmarkt des internationalen Waffenhandels erhöht. Der Anteil Russlands vergrößerte sich in diesem Zeitraum von 22 auf 27 Prozent, der Wert von China von drei auf nunmehr 5 Prozent. Gleichauf liegen die Werte von Deutschland und Frankreich mit ebenfalls 5 Prozent, heißt es in der Sipri-Studie weiter.

Indien importiert

Zu den mit Abstand führenden Importeuren von Rüstungsgütern stieg Indien auf. Der Marktanteil am internationalen Waffengeschäft hat sich in den vergangenen Jahren von 7 auf 15 Prozent mehr als verdoppelt, während der Wert von Saudi Arabien in dieser Zeit von 1 auf 5 Prozent stieg.

Die Einfuhren von Waffen aus vornehmlich westlicher Produktion in die Golfstaaten sowie Ägypten, Israel, Irak und Türkei legten nach Sipri-Angaben zwischen 2010 und 2014 gegenüber dem Vergleichszeitraum von 2005 und 2009 um stattliche 71 Prozent zu.

Die Sipri-Forscher legten die jeweils Durchschnittswerte von vier Jahren zugrunde, um ein realistisches Abbild von der wahren Auftragslage zu erhalten.

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Ein starker Schub der Militärausgaben wird in China erwartet. Die Regierung in Peking gab vor wenigen Tagen bekannt, dass die Investitionen in Rüstungsgüter um rund zehn Prozent wachsen sollen. Dieser Wert liegt deutlich über dem erwarteten Wirtschaftswachstum von rund sieben Prozent. Zwar nimmt sich der aktuelle Wehrtetat der Volksrepublik mit rund 120 Milliarden Euro im Vergleich zu den Vereinigten Staaten noch beschieden aus.

Doch in dieses Budget werden nicht die vom Staat geförderten Ausgaben für militärische Forschung und Entwicklung eingerechnet. Über Jahre rüstete Peking seine Armee mit Waffen aus Rußland, Frankreich oder der Ukraine aus. Diese Zeiten sind vorbei: „Die Volksarmee steckt mitten in einem rasanten Modernisierungsprozess“, heißt es bei den Sipri-Forschern, „die chinesischen Rüstungsindustrie stellt längst fortschrittliche Generationen von Waffen her“