
Die Vereinigten Staaten haben ihre Richtlinien für Waffenexporte gelockert. An verbündete Länder wollen die Amerikaner künftig auch Kampfdrohnen liefern.
Im Kampf gegen den Terrorismus wollen Amerika künftig auch Kampfdrohnen an verbündete Staaten liefern. Das Außenministerium lockerte am Dienstag nach langer Prüfung die Richtlinien für Waffenexporte. Die Vereinigten Staaten seien der weltweite Technologieführer bei Kampfdrohnen, hieß es. Angesichts der wachsenden Rüstungsgeschäfte in diesem Bereich müsse Washington dafür sorgen, dass Export und Einsatz von unbemannten Kampfflugzeugen mit seinen außen- und sicherheitspolitischen Interessen sowie mit amerikanischen Werten und internationalen Standards übereinstimmten.
Der Export von Kampfdrohnen an ausgewählte Verbündete werde „von Fall zu Fall“ entschieden, erklärte das Außenministerium. Mögliche Abnehmer der Drohnen nannte das Ministerium nicht. Nach Informationen der „Washington Post“ sollen Italien, die Türkei sowie die Golfmonarchien Interesse haben. Bislang habe Washington lediglich an den engen Partner Großbritannien unbemannte Kampfflugzeuge geliefert, berichtete die amerikanische Zeitung. Weltweit stellen neben Amerika nur wenige Länder Kampfdrohnen her, darunter Israel und China.
Zivile Opfer durch Angriffe
Die US-Streitkräfte setzen die unbemannten Kampfflugzeuge aktuell gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Irak und in Syrien ein. Außerdem fliegen sie Drohnenangriffe auf Anhänger und Verbündete des Terrornetzwerks Al Qaida in Pakistan und Afghanistan sowie im Jemen und in Somalia.
Vor allem im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet wurden bei den Angriffen in der Vergangenheit auch immer wieder Zivilisten getötet. Menschenrechtsaktivisten kritisieren außerdem, dass der Einsatz von Kampfdrohnen gegen Terrorverdächtige einer Hinrichtung ohne Gerichtsverfahren gleichkomme.
