
In François Hollande hofft der neue griechische Regierungschef Tsipras einen Verbündeten zu finden. Und immerhin: „Wir haben die gleichen Interessen“, sagt Hollande.
Der französische Präsident François Hollande hat nach einem Treffen mit dem griechischen Premierminister Alexis Tsipras an die Verpflichtungen aller europäischen Mitgliedsländer erinnert. „Den europäischen Regeln unterliegen alle, auch Frankreich. Das ist nicht immer einfach“, sagte er im Beisein von Tsipras nach der Zusammenkunft. Die Ansprüche Frankreichs seien zweifach: Zum einen fordert die französische Regierung europäische Solidarität gegenüber Griechenland, zum anderen erinnert sie aber auch die Verantwortung der Griechen gegenüber der europäischen Währungsunion.
„Wir haben die gleichen Ziele, die gleichen Interessen und die gleiche Verantwortung für Europa. Europa soll solidarischer und politischer werden und sich stärker um wirtschaftliches Wachstum bemühen“, sagte Hollande. Eine strenge Sparpolitik dürfe nicht das einzige Ziel für Griechenland sein. Dabei bemerkte er aber, dass Europa schon viel für das Wachstum getan habe und nannte die Entscheidungen zugunsten des Juncker-Planes, den Staatsschuldenkauf durch die EZB sowie „die Flexibilität in der Anwendung der Regeln des europäischen Stabilitäts- und Wachstumspaktes“. Hollande rief zum Respekt vor dem griechischen Wahlergebnis auf und forderte einen intensiven Dialog mit der neuen Regierung in Athen.
Reformen für mehr Glaubwürdigkeit
Tsipras forderte einen „ neuen Vertrag in Europa zugunsten von mehr Wachstum, Beschäftigung sozialen Ausgleich. „Frankreich muss in dieser Hinsicht die Rolle eines Garanten in Europa spielen“, sagte der griechische Ministerpräsident. „Wir sind keine Bedrohung für Europa“, meinte Tsipras. Im Gegenteil böte sich Europa jetzt die Chance einer grundsätzlichen Neuausrichtung seiner Politik. Griechenland sei dabei zu Reformen bereit, damit das Land Glaubwürdigkeit zurückgewinne. Die neue Regierung wolle unter anderem die Steuerhinterziehung konsequent bekämpfen.
