
Nach dem Rekordgewinn von Apple jubilieren die Aktionäre. Auch Facebook entwickelt sich wesentlich besser als der restliche Markt. Dafür haben IBM und Intel die Anleger enttäuscht.
Apple hat die Börse verzaubert, der Konzern konnte auf ganzer Linie überzeugen: Der iPhone-Hersteller erzielte mit mehr als 18 Milliarden einen Rekordgewinn, noch nie verdiente ein Konzern in drei Monaten so viel Geld. Marktbeobachter waren überrascht, und die Investoren goutierten das exzellente Ergebnis mit Aktienkäufen: Der Kurs des Papiers stieg direkt nach Handelsstart um 8 Prozent auf knapp 118 Dollar. Damit ist der Kurs nicht mehr weit vom bisherigen Höchststand von 119 Dollar entfernt.
Die Aktie bereitete den Anlegern in den vergangenen Jahren aber auch Kummer: Im Jahr 2012 mussten Investoren einen Dämpfer hinnehmen, als der Kurs von 100 Dollar auf 57 einbrach. Doch davon hat sich das Papier erholt, seit dem Frühjahr 2013 ging es steil nach oben. Auch die weiteren Aussichten scheinen exzellent zu sein. Die von der Finanzagentur Bloomberg befragten 63 Analysten empfehlen überwiegend, das Papier zu kaufen. 45 empfehlen einen Kauf, 13 weitere, die Aktie vorerst zu halten, und vier Analysten raten, sie zu verkaufen. Den Zielkurs über die kommenden zwölf Monate sehen sie bei 127,24 Dollar, damit wäre genug Spielraum für Kurssteigerungen.
Doch nicht allen Tech-Konzernen geht es so gut, wie Microsoft diese Woche schmerzlich feststellen musste. Der Konzernumbau, der vom Geschäft mit dem Betriebssystem Windows wegführen soll, schlug sich auch auf den Gewinn durch. Er fiel im Jahresvergleich um mehr als 10 Prozent auf 5,86 Milliarden Dollar. Unter Anlegern kamen die Zahlen ganz und gar nicht gut an: Um 10 Prozent brach die Aktie daraufhin ein, das Papier notiert aktuell bei etwa 42 Euro.
Auch Intel ging es mit seinen Quartalszahlen nicht viel besser. Zwar konnte der Konzern seinen Quartalsumsatz um 6 Prozent auf 14,7 Milliarden Dollar steigern, auch der Nettogewinn legte um 39 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar zu, und das Ergebnis je Aktie von 74 Cent war um 8 Cent besser als erwartet. Doch die Wall Street honorierte all das nicht, das Papier fiel zuletzt um 8 Prozent auf 34 Dollar. Grund war der schwächere Ausblick auf den Computermarkt im Jahr 2015. Doch insgesamt stehen der Konzern und die Aktie noch sehr gut da: Denn seit dem Jahr 2012 stieg der Kurs um 75 Prozent an und damit deutlich überdurchschnittlich. Zum Vergleich: Der Dow Jones Aktienindex legte im selben Zeitraum nur etwa 30 Prozent zu. Auch Microsoft steht in solch einer langfristigen Betrachtung besser da: Seit dem Sommer 2013 konnte das Papier sich von rund 25 Dollar auf 75 Dollar mehr als verdreifachen. Doch es gibt auf dem Tech-Markt nicht nur Erfolgsgeschichten: So stagniert die Aktie von IBM in den vergangenen drei Jahren und sinkt auch. Von 215 Dollar ging es auf aktuell 153 Dollar zurück. Der Konzern hat große Probleme, zuletzt gab es Gerüchte über einen Stellenabbau von 100.000 Mitarbeitern – jede vierte Stelle – den der Konzern aber eilig dementierte. Auch IBM ist in einem tiefgreifenden Wandel. Das Geschäft mit Personalcomputern läuft schlecht, nun versucht das Unternehmen, sich hin zu Software und Cloud-Diensten zu wenden. Probleme haben aber nicht nur die Technologie-Dinos, sondern auch junge Konzerne wie Twitter. Im Dezember 2013 notierte die Aktie noch bei 73,30 Dollar, seitdem ging es aber steil bergab: Lediglich 39 Dollar stehen zu Buche. Der Konzern enttäuschte mit schlechten Zahlen zur Werbung.
iPhone beschert Apple historischen Gewinn
Ganz anders geht es dem großen sozialen Netzwerk Facebook, das am Mittwochabend nach Börsenschluss abermals deutlich besser als erwartete Zahlen veröffentlicht hat. Der Aktienkurs von Facebook ist in den vergangenen zwölf Monaten um 40 Prozent gestiegen, nach Bekanntgabe der Zahlen am Mittwoch im nachbörslichen Handel notierte er zunächst aber kaum verändert. Facebook konnte im Schlussquartal des vergangenen Jahres seinen Umsatz um 49 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar ausbauen. Damit hat sich zwar das Wachstum gegenüber vorangegangenen Quartalen etwas abgeschwächt, aber Facebook lag etwas über den von Analysten im Schnitt erwarteten 3,8 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn kletterte um 34 Prozent auf 701 Millionen Dollar. Dieser im Vergleich zum Umsatz deutlich unterproportionale Anstieg hat mit dramatisch erhöhten Kosten zu tun. So gab Facebook allein 1,1 Milliarden Dollar für Forschung und Entwicklung aus, fast drei Mal so viel wie im Vorjahr.
Facebook steckte knapp 30 Prozent seines Umsatzes in Forschung und Entwicklung, eine im Branchenvergleich immens hohe Zahl. Selbst der investitionsfreudige Internetkonzern Google begnügte sich zuletzt mit 16 Prozent. Facebooks Ergebnis je Aktie von 54 Cent war um 5 Cent höher als erwartet. Seine ohnehin sehr hohen Nutzerzahlen hat das Unternehmen noch einmal leicht ausgebaut auf 1,39 Milliarden Mitglieder, die den Dienst mindestens einmal im Monat nutzten, drei Monate zuvor waren es 1,35 Milliarden.
