
Für 460 Millionen Euro sollte das Pariser Kaufhaus La Samaritaine umgebaut werden. Aus den Plänen des Luxusgüterkonglomerats LVMH wird aber vorerst nichts. Denkmalschützer klagten gegen die Umgestaltung – und bekamen recht.
Der Umbau des traditionsreichen Pariser Kaufhauses La Samaritaine verzögert sich weiter. Am Montag entschied das zuständige Verwaltungsgericht von Paris im Berufungsverfahren, eine der Baugenehmigungen für den umfangreichen Umbau zu annullieren. Damit müssen die Bauarbeiten vorerst eingestellt werden.
Das bedeutet einen Rückschlag für die Gruppe LVMH des französischen Unternehmers Bernard Arnault, die 2001 den Gebäudekomplex erworben hatte. In den früheren Gebäuden des Kaufhauses La Samaritaine sollen für etwa 460 Millionen Euro ein Luxushotel, Geschäfte, Büros, Sozialwohnungen und eine Kinderkrippe entstehen.
Doch gegen die Umwandlung protestierten Denkmalschutzvereine, die fürchteten, der neue Komplex werde das historische Stadtzentrum von Paris verschandeln. Die von dem japanischen Architekturbüro Sanaa entworfene gewellte Glasfassade stehe im Kontrast zu den historischen Fassaden der Rue de Rivoli. Das Verwaltungsgericht gab den klagenden Denkmalschutzvereinen im vergangenen Mai zum ersten Mal recht.
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Jetzt hat das Berufungsgericht das erstinstanzliche Urteil bestätigt. La Samaritaine war neben den Galeries Lafayette und dem Printemps eines der großen Pariser Warenhäuser. Im Jahr 2005 wurde es wegen Mängeln beim Brandschutz geschlossen. Der ursprüngliche Bau aus dem Jahr 1869 geht auf den Architekten Ernst Cocnacq zurück, Frantz Jourdain erweiterte ihn im Jugendstil und später Henri Sauvage im Art-déco-Stil. Ursprünglich war die Wiedereröffnung für das Jahr 2017 geplant, doch sie dürfte sich nun verzögern.
