
Der neue Classic von Blackberry erweckt alte Tugenden zu neuem Leben. Das Smartphone folgt dem Q10. Es hat also eine Mini-Tastatur wie früher die Bold-Modelle.
Treue alte Kunden vergrault – und keine neuen jungen Kunden hinzugewonnen: Der Start des grundlegend modernisierten Blackberry-Betriebssystems 10 vor zwei Jahren war ein Fiasko. Doch aus der Krise wuchs die Kraft. Der Blackberry Passport eroberte im Herbst die Herzen der Nerds.
Nun kommt der Classic auf den Markt. Er spricht genau jene Freunde der Marke an, die von den ersten 10er-Geräten enttäuscht waren, weil eine bewährte Funktionalität fehlte. Es geht um Funktionstasten und das Trackpad, mit dem man seit jeher wieselflink durch Menüs oder Mails hetzte. Das einzigartige, effiziente Bediensystem schien Blackberry den neuen Zeiten geopfert zu haben.
Das kanadische Unternehmen hat die Kritik gehört, und der Classic für rund 430 Euro soll nun alt und neu abermals zusammenbringen. Er folgt dem Q10, hat also eine Mini-Tastatur wie früher die Bold-Modelle, und die technischen Rahmendaten entsprechen der gehobenen Mittelklasse: Dualcore-Prozessor, 16 Gigabyte Speicher, LC-Display mit 720 × 720 Pixel, 8-Megapixel-Kamera, Nano-Sim, LTE und ein fest eingebauter Akku mit 2515 Milliamperestunden. Das alles ist unspektakulär. Was man als Erstes bemerkt: Der Classic ist schwer (176 Gramm), und er hat eine außergewöhnlich hohe Verarbeitungsqualität, die nicht einmal manches Oberklassegerät erreicht. Was man da in der Hand hält, das ist Porsche und Mercedes, nichts knarzt, die Materialien sind edel, die Tastatur arbeitet präzise wie nie.
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Die Integration des millimetergroßen optischen Trackpads mitsamt der umgebenden Menütasten in das Betriebssystem ist gut gelungen. Neben Tastatur und berührungsempfindlichem Display steht dieses Trackpad nun als drittes Bedienelement parat. Wer sich bislang nicht von seinem Blackberry Bold trennen konnte und vielleicht sogar schon Geräte auf Vorrat gelegt hatte, kann jetzt ohne jeden Vorbehalt auf das Betriebssystem 10 wechseln und wird sich sofort heimisch fühlen.
Der Blackberry Classic setzt aber nicht nur auf die alten Tugenden, er ist mit Standardmaßen (12 × 7,2 × 1 Zentimeter) voll kompatibel zur Hosentasche – und bietet trotzdem mehr Display-Fläche als beispielsweise ein älterer Bold 9900. Dies soll also der massentaugliche Blackberry für den Alltagseinsatz werden. Nach den ersten Eindrücken geht die Strategie auf. Der Pluspunkt neben dem modernen Betriebssystem ist auch die lange Akkulaufzeit, die bei moderater Nutzung nahezu zwei Tage beträgt.
