Mensch & Gene

Gesünder essen: Die Illusion der guten Vorsätze

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Mehr Sport? Diät halten? Forscher von der amerikanischen Cornell University entlarven nun die guten Neujahrsvorsätze von New Yorkern als pure Illusion. Ein Blick auf die Kassenzettel aus dem Supermarkt genügte den Wissenschaftlern.

Stress abbauen, mehr Zeit mit der Familie verbringen, häufiger Sport treiben und Gewicht verlieren – die gerade veröffentlichte Studie der DAK über die guten Vorsätze der Deutschen für das Jahr 2015 birgt wenig Überraschendes. Schon im Dezember 2013 äußerten sich die im Auftrag der Krankenkasse durch das Forsa-Institut Befragten ganz ähnlich. Neu hinzugekommen ist diesmal nur die Absicht, das Internet und Smartphones häufiger abzuschalten. So erwartbar das Ergebnis der Umfrage wirkt, für den einzelnen mögen die Entschlüsse, die man am letzten Tag des Jahres fällt, echte Symbolkraft haben. Wie genau es die Menschen dann in den Folgewochen wirklich mit ihren an diesem Abend gefassten Vorsätzen nehmen, haben Forscher um Lizzy Pope von der Cornell University in einer Studie erfasst, für die New Yorker Haushalte ein Dreivierteljahr lang begleitet wurden.

Kontrolle der Einkäufe

Dabei verließen sich die Wissenschaftler nicht auf Befragungen, sondern auf – Kassenzettel. Sie rekrutierten zweihundert Probanden, die regelmäßig für sich und ihre Familie in zwei Supermärkten in New York einkaufen gingen, und protokollierten die Lebensmitteleinkäufe dieser Teilnehmer von Juli bis zum darauffolgenden März. („Plos One“, doi: 10.1371/journal.pone.0110561). Während der Weihnachtsferien stiegen die Ausgaben für Lebensmittel um fünfzehn Prozent gegenüber den durchschnittlichen Aufwendungen während des restlichen Jahres. Drei Viertel der zusätzlichen Summe wurden für Produkte gezahlt, die die Wissenschaftler als „ungesund“ einstuften, indem sie Nährstoffe und Kalorien beurteilten. Kaum hatte das Neue Jahr begonnen, registrierten die Forscher aber tatsächlich Aufbruchsstimmung, zumindest in den Einkaufskörben: Die Käufe gesunder Produkte seien um dreißig Prozent gegenüber der Weihnachtszeit gestiegen, bilanzierten sie. Die Probanden gaben auf einmal im Schnitt dreizehn Dollar pro Woche mehr für gesunde Waren aus.

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„Leider blieben die Käufe von weniger gesunden Lebensmitteln auf dem Niveau der Weihnachtszeit“, stellten die Forscher dann aber fest. Die gekauften Mahlzeiten enthielten im Januar im Schnitt ganze 890 Kalorien mehr als vor dem Beginn der Weihnachtszeit. Dass zugleich nach dem 1.Januar mehr gesunde Lebensmittel gekauft wurden als noch im Dezember, mutet daher wie ein Feigenblatt an. „New Year’s Res-Illusions“ nennen die Forscher von der Cornell University ihre Studie – statt „New Year’s Resolutions“, wie die guten Vorsätze im Englischen heißen. Die Illusionen, die sich die New Yorker Probanden machten, kennt man auch hierzulande: Durchschnittlich vier Monate, ergab die DAK-Umfrage, beherzigten die Deutschen im Jahr 2014 ihre an Silvester gefassten Vorsätze. Besonders inkonsequent waren die Bremer, Rheinland-Pfälzer und Niedersachsen – und am längsten hielten die Berliner durch.

WeitersagenMerken&copy- dpa, afp

Hier werden Neujahrsvorsätze direkt umgesetzt

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