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Fed treibt mit lockerer Geldpolitik Aktienmärkte an

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Mit Erleichterung haben die Anleger an den Aktienmärkten auf den vorläufigen Verzicht der amerikanischen Notenbank auf eine schnelle Zinserhöhung reagiert. Der Dax stieg wieder deutlich an, im deutschen Leitindex schlossen alle Aktien im Plus.

Die Aussicht auf eine anhaltende Geldflut in Amerika und gute heimische Konjunkturdaten haben den Dax beflügelt. Der deutsche Leitindex zog um 2,79 Prozent auf 9811,06 Punkte an. Noch vor zwei Tagen hatte er nach einer rasanten Talfahrt nur knapp über 9200 Punkte gelegen.

Die Fed-Chefin Janet Yellen hatte signalisiert, dass die Zinsen wahrscheinlich noch nicht auf „einer der beiden nächsten Sitzungen“ – also im Januar oder März – erhöht würden. „Von einer zeitnahen Leitzinserhöhung dürften die Aktienmärkte also noch eine Weile verschont bleiben. Anleger honorieren die vorweihnachtlich frohe Botschaft mit kräftigen Zukäufen“, sagte Gregor Kuhn, Analyst bei IG Marktets. „Eine Woche vor Heiligabend ist der Weihnachtsmann nun auch an den globalen Aktienmärkten angekommen“, kommentierte Marktstratege Stan Shamu vom Broker IG die Aussagen der Notenbankchefin Janet Yellen. Ein weiterer Beobachter erinnerte daran, dass Direktoriumsmitglied Benoit Coeure von der Europäischen Zentralbank ein klares Signal für breit angelegte Staatsanleihekäufe gegeben hatte. Dies dürfte den Euro weiter schwächen, wovon der Dax mit seinen exportstarken Unternehmen profitiere. „Die Weichen für eine Weihnachtsrally sind gestellt“, erwartet der Experte.

Auch aus der deutschen Wirtschaft kamen positive Signale: Die Stimmung hatte sich laut dem Ifo-Geschäftsklima im Dezember wie erwartet das zweite Mal in Folge aufgehellt.

Im Dax schlossen alle Aktien im Plus. Ein Bericht über einen möglichen Postbank-Verkauf trieb die schon morgens gut gelaufenen Aktien der Deutschen Bank weiter an: Zum Handelsschluss kletterten sie an der Index-Spitze um 4,13 Prozent auf 25,36 Euro nach oben. Laut „Manager Magazin“ diskutiert der Vorstand der Deutschen Bank über einen neuen drastischen Konzernumbau. Dabei könnte auch die erst vor wenigen Jahren übernommene Postbank auf den Prüfstand kommen.

Für SAP-Titel ging es um 3,79 Prozent hoch. Gestützt wurden die Papiere laut Händlern von starken Quartalszahlen des amerikanischen Konkurrenten Oracle. Der Software-Konzern hatte dank eines kräftigen Wachstums im Cloud-Geschäft im vergangenen Quartal die Erwartungen von Analysten übertroffen. Zu den Favoriten gehörten auch die konjunktursensiblen Papiere der Autobauer und Chemieunternehmen. Sie profitierten laut Marktteilnehmern von der erwarteten Konjunkturbelebung in Europa. Die Aktien von Continental kletterten um 3,74 Prozent, für die Vorzugsaktien von Volkswagen ging es ähnlich deutlich bergauf. Unter den besten Werten im MDax verteuerten sich die Anteilsscheine des Chemiekalienhändlers Brenntag um 4,71 Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,51 Prozent am Vortag auf 0,50 Prozent. Der Rentenindex Rex lag unverändert bei 139,41 Punkten. Der Bund-Future gab um 0,10 Prozent auf 154,79 Punkte nach. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2285 (Mittwoch: 1,2448) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8140 (0,8033) Euro.

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