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Smartphone Samsung Galaxy Note 4 im Test

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Für Samsung-Fans ist das Galaxy Note 4 wichtiger als das offizielle Flaggschiff S5. Im Test präsentiert das Smartphone mit Stift viele gute Ideen, zeigt aber auch eine Schwäche.

Für viele Freunde des Hauses Samsung ist das Galaxy Note wichtiger als die S-Reihe der Koreaner. Das ganz Neue mit der Versionsnummer 4 sticht in dieser Blickrichtung den wenige Monate alten Rivalen Galaxy S5 aus. Hinsichtlich Größe und Preis gilt das allemal. Das Note 4 gehört mit einer Bildschirmdiagonale von 5,7 Zoll zu den „Phablets“ und löst mit 2560 × 1440 Pixel auf. Auch der Preis ist riesig: 750 Euro werden derzeit für den Androiden aufgerufen. Wir hatten das Note 4 bereits vor einigen Wochen kurz vorgestellt. Nun sind die Seriengeräte verfügbar, und wir können einen vertiefenden Blick auf die Details werfen.

An erster Stelle fasziniert das Display. Hier zeigt Samsung allen anderen Mitbewerbern sofort, wo der Hammer hängt: Keiner hat eine bessere, brillantere Anzeige mit kräftigen Farben, weitem Blickwinkel, beeindruckenden Schwarzwerten und einem rekordverdächtigen Kontrast von 2800:1. Man muss es sehen. Auch die Arbeitsgeschwindigkeit des hierzulande mit einem Vierkern-Prozessor ausgestatteten Boliden zeigt Bestleistungen, insbesondere bei den Grafikfähigkeiten und im Spieleeinsatz.

Das Note 4 kommt nun mit einem Metallrahmen, die Rückseite bleibt, typisch Samsung, eine hauchdünne Kunststoffabdeckung mit nachgebildeter Lederstruktur. Indes: Dass man das Gerät öffnen und Speicherkarten verwenden sowie den Akku selbst wechseln kann, darf als klarer Vorzug verbucht werden. Dieser ist übrigens mit einer Kapazität von 3220 Milliamperestunden geradezu ein Weltmeister bei der Ausdauer, er hielt bei uns fast immer zwei Tage durch – und wird im Übrigen schnell geladen.

Die Bedienungsoberfläche ist gewöhnungsbedürftig

Seit je ist der Stift das Markenzeichen der Notes. Er ist seitlich im Gerät verstaut und fordert einige Aufmerksamkeit, bis man alle Bedienungs-Tricks mitsamt „schwebendem“ Auswahlmenü gelernt hat. Dazu gehört nicht nur das Schreiben (mit verschiedenen Stiften), sondern auch die Möglichkeit, Inhalte auf dem Bildschirm aus diversen Quellen zu markieren und mit einem Rutsch weiterzuleiten. Oder eine Web-Adresse mit einer Stiftbewegung in den elektronischen Notizblock von Evernote zu kopieren.

Auch beim Arrangieren von Fenstern macht sich der Plastikgriffel nützlich, Samsung hat dazu Android dergestalt modifiziert, dass sich diese wie am Windows-Rechner verschieben oder in der Größe und Position justieren lassen. Nur dauert es gefühlte Ewigkeiten, bis die vielen Funktionen für mehr Produktivität und Effizienz in Fleisch und Blut übergegangen sind.

Das gilt umso mehr, als auch die übrige Bedienungsoberfläche gewöhnungsbedürftig ist. Wie gehabt kippt Samsung sein Touch Wiz wie eine Soße über Android. Die Koreaner wollen ihre eigenen Angebote nach vorn bringen, und so gibt es hier einen zweiten Store mit Galaxy Apps, einen dritten für In-App-Käufe, viele Anwendungen, die man nicht deinstallieren kann, und manchen Nervkram sowie etliche Designbrüche. Da stellt man dann nach einigen Tagen plötzlich fest, dass ohne jedwedes Zutun oder eine Zustimmung das „Samsung Billing“ oder ein „Samsung IAP“ installiert wurde.

Kein homogenes Ganzes

Wer ist Herr des Geräts? Sein Besitzer oder Samsung? Immerhin: Nun ist ein Teil der „Bloatware“ optional, die unbeliebten Dreingaben sind in Paketen zusammengefasst. Aber die Kritik bleibt: Design, Bediensystem und Bedienlogik ergeben kein homogenes Ganzes, sondern einen bunten, fragmentierten Gemischtwarenladen, dem es an Übersicht und klaren Linien fehlt.

Schade eigentlich, dass wieder einmal bei Samsung die Betriebssoftware der tollen Hardware hinterherläuft. Denn auch die Kamera mit einer Auflösung von 16 Megapixel mitsamt optischem Bildstabilisator ist ein Pluspunkt. Satte, detailreiche Fotos werden von der Optik superschnell eingefangen, im Vergleich mit dem Note 3 gelingen Aufnahmen unter schlechten Lichtverhältnissen deutlich besser.

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Kaum Innovation zeigt sich beim biometrischen Fingerabdruckscanner, dem Pulsmesser und den weiteren Fitnessfunktionen. Der Scanner arbeitet mehr schlecht als recht und ist weit entfernt von dem eines iPhone oder Huawei Ascend Mate 7. Der Puls kommt häufig erst im zweiten oder dritten Anlauf. Perfekt geht anders. Die Messeinheit auf der Rückseite soll nun auch die Sauerstoffsättigung im Blut ermitteln, was Mediziner überraschen dürfte. Das neue Gerät ist nicht gegen Wasser und Staub geschützt, und es bringt auch nicht mehr die USB-3-Schnittstelle des Vorgängers mit.

Fazit: Wer dem Hause Samsung und seinen Traditionen gewogen ist, wird über Touch Wiz und die kleinen Mängel nonchalant hinwegsehen und das Galaxy Note 4 als Top-Smartphone mit Riesen-Display heiß und innig lieben. Bei allen anderen könnte sich die Liebe auf den zweiten Blick einstellen, wenn man nämlich die Raffinessen des Stifts entdeckt hat.