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EU empfiehlt „Pille danach“ rezeptfrei – CDU verärgert

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Bislang hatte sich die CDU vehement für die Rezeptpflicht der „Pille danach“ eingesetzt. Doch die Arzneimittelexperten der EU sind anderer Meinung. Beraten sollen künftig nicht mehr Ärzte, sondern Apotheker.

Der Bundesapothekerverband sieht die Empfehlung einer rezeptfreien Abgabe der „Pille danach“ durch die Europäische Zulassungsbehörde EMA als wichtigen Schritt. Die Wirkung der „Pille danach“ mit dem Wirkstoff Ulipristal sei sicherer, je früher sie eingenommen werde. „Ohne Rezeptpflicht könnten wir unseren Patientinnen noch schneller weiterhelfen“, betonte der Präsident der Bundesapothekerkammer, Andreas Kiefer, am Dienstag in Berlin. Dabei übernähmen die Apotheker selbstverständlich Verantwortung dafür, dass Medikamente nicht missbräuchlich angewendet würden, betonte Kiefer.

Die Europäische Zulassungsbehörde EMA hatte sich am Freitag für eine rezeptfreie Abgabe der Ulipristal-haltigen Notfallverhütung „ellaOne“, die zentral über die EU zugelassen wurde, in Apotheken ausgesprochen. Falls die EU-Kommission die Rezeptpflicht EU-weit aufheben sollte, würde dies auch in Deutschland gelten.

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Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte bisher darauf bestanden, dass Frauen die Pille nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr nur auf Rezept und nach einer Beratung durch einen Arzt erhalten sollten. Er betonte, dass die Empfehlungen des EU-Arzneimittelausschusses genau geprüft würden. Wenn die Beratung aufgrund einer Brüssler Entscheidung künftig nicht mehr zwingend durch einen Arzt vorgenommen werden müsse, sei „eine intensive Beratung auch in den Apotheken der richtige Weg“, so Gröhe. Ziel sei es dann, mit Frauenärzten, Apotheken und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Kriterien für eine qualitativ hochwertige Beratung zu entwickeln.

Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU, Jens Spahn, bedauerte die Entscheidung der Zulassungsbehörde. „Es ist schade, dass unsere Argumente in Brüssel anscheinend nicht gehört werden. Aber wir wollen in jedem Fall ein hohes Niveau der Beratung bei der Pille danach sicherstellen“, sagte Spahn. Dazu könnte es etwa in der Apotheke eine strukturierte Beratung mit Beratungsbogen wie in der Schweiz als Verpflichtung geben.

Die Frauen in der SPD-Fraktion haben Gröhes Kurswechsel begrüßt. Ein rezeptfreier Verkauf des Medikaments sei überfällig „und ein wichtiger Teil des Selbstbestimmungsrechts moderner Frauen“, erklärte die SPD-Gesundheitspolitikerin Martina Stamm-Fibich. Allerdings forderte sie Gröhe auf, nicht nur Pillen mit dem Wirkstoff Ulipristal freizugeben, sondern auch die mit dem Wirkstoff Levonorgestrel, die preiswerter und viel besser erforscht seien.