
Liberia beendet in der Ebola-Krise den ausgerufenen Notstand. Eine Hilfsorganisation plant die Erprobung von nicht-zugelassenen Medikamenten in der Region. Unterdessen streiken in den Vereinigten Staaten zehntausende Pflegekräfte für besseren Ebola-Schutz.
Liberia hat den wegen der Ebola-Epidemie seit drei Monaten geltenden Ausnahmezustand für beendet erklärt. Damit werden die Freiheitsrechte der Menschen in dem westafrikanischen Land weniger eingeschränkt. Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf warnte jedoch am Donnerstag, dies bedeute nicht, dass die Krankheit besiegt sei. Liberia ist das von der Seuche bislang am schlimmsten betroffene Land, aber es gibt dort Anzeichen einer Stabilisierung.
In den Vereinigten Staaten streikten indes zehntausende Pflegekräfte in mehr als einem Dutzend Bundesstaaten, um im Kampf gegen Ebola besser ausgestattet zu werden, wie der Verband National Nurses United mitteilte. In den vergangenen Wochen waren zwei Krankenschwestern nach der Behandlung von Ebola-Patienten in Texas erkrankt. Sie erholten sich aber wieder.
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Zugleich schicken die Vereinigten Staaten etwa 1000 Soldaten weniger als ursprünglich geplant nach Westafrika. Bis Mitte Dezember gingen lediglich 3000 Soldaten in die Krisenregion, sagte Generalmajor Gary Volesky. Ebola hat in Westafrika seit März mehr als 10.000 Todesopfer gefordert.
Deutschland stockt Etat für humanitäre Hilfe auf
Die schwarz-rote Koalition in Berlin stockt die Mittel für humanitäre Hilfe auf und stellt auch den Rücktransport erkrankter Ebola-Helfer sicher. Der Etat des Auswärtigen Amtes im Bereich der humanitären Hilfe sei angesichts der Krisen in Syrien und im Irak und in Westafrika für 2015 um 213 Millionen auf 400 Millionen Euro erhöht worden, teilte die Unionsfraktion mit. Zusätzlich seien sechs Millionen Euro für die Einrichtung und Anmietung eines Flugzeugs eingeplant, mit dem Ebola-Patienten aus dem Krisengebiet nach Europa ausgeflogen werden könnten.
Die Krankheit sichtbar machen: Eine Mauer weist auf die Symptome von Ebola hin.
Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) wird schon bald nicht-zugelassene Medikamente an Patienten in Guinea erproben. Getestet werden bei den freiwilligen klinischen Tests zwei verschiedene Wirkstoffe (Brincidofovir und Favipiravir) sowie die Antikörper-Behandlung mit Blut und Plasma von genesenen Patienten, kündigte MSF in Genf an. Ziel aller Versuche sei es, die Überlebensrate innerhalb von 14 Tagen deutlich zu erhöhen.
