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Marktbericht: Nikkei erstmals seit sieben Jahren über 17.000 Punkten

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Die verstärkten Konjunkturhilfen der japanischen Notenbank haben die Tokioter Börse auch am Dienstag beflügelt. Der Leitindex Nikkei stieg auf den höchsten Stand seit sieben Jahren.

Der japanische Börsenindex Nikkei 225 ist am Dienstag dank der weiter anhaltenden Geldflut von Seiten der Notenbank des Landes zum ersten Mal seit 2007 wieder über die Marke von 17.000 Punkten gestiegen. Der Leitindex legte in der Spitze um 4,35 Prozent auf 17.127,66 Punkte zu.

Im Verlauf des Handels gab der Nikkei einen Teil seiner Gewinne allerdings wieder ab. Zum Schluss lag er mit 16.862,47 Punkten 2,73 Prozent im Plus. Der breiter gefasste Topix legte 3,1 Prozent auf 1375 Zähler zu.

Die überraschende Entscheidung der Notenbank von Freitag, noch mehr Geld in die Wirtschaft zu pumpen, gebe noch immer Auftrieb und erhöhe die Risikofreude der Anleger, sagten Händler. Am Freitag hatte die Bank of Japan überraschend eine abermalige Lockerung des geldpolitischen Kurses angekündigt. Diese kämpft gemeinsam mit der Regierung gegen das anhaltend schwache Wirtschaftswachstum.

Bereits am Freitag hatte der Nikkei nach der Bekanntgabe unter anderem von Anleihekäufen knapp 5 Prozent zugelegt. Am Montag war die Börse wegen eines Feiertags geschlossen.

Zugute kommt den Kursen auch, dass der Dollar-Kurs der Landeswährung Yen sich weiter auf dem niedrigen Niveau befindet, auf das er nach der Ankündigung der Notenbank vom Freitag fiel. Mit 113,5195 Yen für den amerikanischen Dollar wird für diesen so viel bezahlt wie zuletzt zu Beginn des Jahres 2008.

Die Analysten der BNP Paribas erwarten kurzfristig eine Aufwertung, da die derzeitige Schwäche der Währung mit Sicherheit offizielle Kritik der Handelspartner nach sich ziehen werde. Langfristig werde der Yen indes weiter leicht abwerten.

Nach dem Dafürhalten von Ursina Kubli, Ökonomin bei der Bank Sarasin, reagierte die Notenbank damit auf die weiter hartnäckige Deflation, zumal die im April erfolgte Erhöhung der Mehrwertsteuer den Konsum habe kräftig sinken lassen. Dies sei obendrein nicht nur auf Vorzugseffekte zurückzuführen, sondern spiegele auch auf eine niedrigere Kaufkraft wider. Im Oktober 2015 soll die Mehrwertsteuer abermals angehoben werden. Diese Steuererhöhungen seien das Paradebeispiel für den Reformwille von Ministerpräsident Abe und seine Fähigkeit, unpopuläre Entscheidungen durchzusetzen. Deshalb stehe die Regierung unter Druck, an ihren Plänen festzuhalten.

Die erhoffte positive Wirkungskette von höheren Inflationserwartungen, steigenden Löhnen und dann auch höheren realisierten Inflationsraten habe bisher nicht eingesetzt. Im Gegenteil seien die Inflationserwartungen wieder gesunken, die Kerninflation auf 1 Prozent gefallen, ebenso wie die Reallöhne.

Noch gebe es Hoffnung, dass die Abenomics funktionieren. Der Arbeitsmarkt sei angespannter als früher, so dass Hoffnung auf höhere Löhne bestünde. Das größte Problem aber seien die Strukturreformen, wo sich kaum bahnbrechenden Erfolge zeigten.