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Marktbericht: Aktienmarkt trotzt schwächeren Geschäftszahlen

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Gleich vier Dax-Konzerne haben am Dienstag Geschäftszahlen vorgelegt. Doch mit Ausnahme von Continental ist die Resonanz eher negativ.

Der deutsche Aktienmarkt legt am Dienstag wieder zu. Zwar sorgen die Quartalszahlen mehrerer Konzerne für gemischte Gefühle, die gute Entwicklung am japanischen Aktienmarkt stützt jedoch die Kurse. Der Dax steigt um 0,5 Prozent auf 9300 Punkte. Für den mit 100 Werten den Markt deutlich breiter abbildenden F.A.Z.-Index geht es um 0,4 Prozent auf 1909 Zähler nach oben.

Die Geschäftszahlen des Autobauers BMW kamen bei den Anlegern nicht gut an. Der Kurs gibt 1 Prozent nach. Nach den überraschend hohen Gewinnen im Frühjahr hatten die Münchener zum Auftakt der zweiten Jahreshälfte etwas an Schwung verloren. BMW hat im dritten Quartal den Gewinn leicht gesteigert, wobei sich das Autogeschäft insgesamt besser schlug.

Auch der Medizinkonzern Fresenius überzeugte mit seinen Zahlen nicht. Dank der Übernahme zahlreicher Krankenhäuser von Rhön-Klinikum stieg zwar der Umsatz deutlich, doch der um Sondereffekte bereinigte Gewinn hielt nicht Schritt. Beide Kennzahlen fielen zwar etwas besser aus als von Analysten erwartet, doch gab es Gegenwind für die Dialyse-Tochter FMC und die Sparte Kabi, die auf flüssige Nachahmermedikamente spezialisiert ist. Kabi litt zuletzt unter dem rückläufigen Einsatz des Blutplasma-Ersatzstoffs HES. Zudem sank am weltgrößten Gesundheitsmarkt Vereinigten Staaten die Zahl von Lieferengpässen bei der Konkurrenz, die Fresenius in den vergangenen Jahren Rückenwind verliehen hatte.

FMC hingegen verbuchte aufgrund der Kürzungen im amerikanischen Gesundheitssystem einen Gewinnrückgang. Analysten hatten dagegen einen leichten Gewinnanstieg erwartet. Das habe indes an nicht-operativen Faktoren gelegen, so Justin Smith, Analyst der Societe Generale. Umsatz und Betriebsergebnis seien dagegen überraschend gut gewesen. Gute Geschäfte außerhalb von Nordamerika hätten dies ermöglicht. Dennoch fallen die Kurse beider Aktien: Fresenius verlieren 1,4, FMC 0,4 Prozent.

Die Zahlen des Reifenherstellers und Automobilzulieferers Continental kamen dagegen gut an, obwohl Conti unter hohen Abschreibungen zu leiden hatte. Uunter anderem entstanden diese auf eine Gemeinschaftsfirma zur Herstellung einer Batterie für Elektroautos mit dem koreanischen Partner SK Innovation, die Conti zufolge am anziehenden Wettbewerb scheiterte. Der Kurs steigt um 2,1 Prozent.

Hugo Boss stehen mit einem Abschlag von mehr als 5 Prozent gewaltig unter Druck. Der Modekonzern dämpfte „vor dem Hintergrund eines zunehmend herausfordernden konjunkturellen Umfelds und der zuletzt deutlich nachlassenden Branchendynamik in Europa“ die Erwartungen an das Gesamtjahr.

Neben der Quartalsberichtssaison könnten im Verlauf noch Konjunkturdaten für Impulse sorgen. So stehen am späten Vormittag die Erzeugerpreise der Eurozone für September auf der Agenda. Am Nachmittag folgen noch amerikanischen Industrieaufträge.