
Die Aktien von BMW sind am Dienstag mit einem Verlust von fast 3 Prozent aus dem Handel gegangen. Auch der Dax erlitt mit einem Schlusskurs von fast Minus 1 Prozent weitere Verluste.
Die Geschäftszahlen des Autobauers BMW sind am Dienstag bei den Anlegern nicht gut angekommen. Die Papiere fielen als einer der schwächsten Dax-Werte um 2,8 Prozent. Nach den überraschend hohen Gewinnen im Frühjahr hatten die Münchener zum Auftakt der zweiten Jahreshälfte etwas an Schwung verloren. Die Titel des Medizinkonzerns Fresenius und von dessen Dialyse-Tochter FMC fielen nach Geschäftszahlen um 0,6 Prozent beziehungsweise 0,3 Prozent, hielten sich damit aber vergleichsweise gut. Analysten fanden kaum Kritikpunkte in den Geschäftsberichten, doch sind beide Aktien im bisherigen Jahresverlauf vergleichsweise gut gelaufen.
Derweil hat der Dax weitere Verluste erlitten. Er weitete nach einem freundlichen Beginn im Handelsverlauf sein Minus aus und schloss 0,9 Prozent tiefer bei 9166,5 Punkten. Damit knüpfte der deutsche Leitindex an seine Vortagsschwäche an, nachdem es zuvor wochenlang fast nur bergauf gegangen war. Der M-Dax der mittelgroßen Börsenunternehmen sank um 0,8 Prozent auf 16.023,4 Punkte und der Technologiewerte-Index Tec-Dax verlor 0,5 Prozent auf 1242,2 Punkte.
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Mit der Höhenangst an den amerikanischen Aktienmärkten gerate nun auch der Dax unter Druck, schrieb Analyst Jens Klatt von DailyFX. Aus Europa kämen angesichts der stockenden Konjunktur und düsterer Erwartungen der EU-Kommission ebenfalls keine Kurstreiber. Und zudem könnte sich der Konflikt in der Ostukraine nach den umstrittenen Wahlen vom Wochenende wieder zuspitzen.
EZB-Sitzung am Donnerstag ‚einziger Strohhalm‘
Der M-Dax der mittelgroßen Börsenunternehmen sank um 0,8 Prozent auf 16.023,4 Punkte und der Technologiewerte-Index Tec-Dax verlor 0,5 Prozent auf 1242,2 Punkte. Beim Eurozonen-Leitindex Euro Stoxx 50 standen bei 3034,2 Punkten Verluste von 1,5 Prozent zu Buche. Die nationalen Indizes in Paris und London gingen ebenfalls schwächer aus dem Handel. In New York befand sich der amerikanische Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss moderat in der Verlustzone.
Einziger Strohhalm für die Anleger ist laut Klatt die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Es seien aber Zweifel angebracht, ob die Währungshüter schon eine Grundlage für unkonventionelle geldpolitischen Maßnahmen wie die jüngst kolportierten und schnell dementierten Käufe von Unternehmensanleihen sähen. Andere Börsianer begründeten die beschleunigte Abwärtsbewegung des Dax am Dienstagnachmittag mit Gerüchten, dass einige EZB-Gouverneure den Kurs von EZB-Chef Mario Draghi für unangebracht halten.
Conti überzeugt – Pessimismus bei Hugo Boss und Gerry Weber
Der Reifenhersteller und Automobilzulieferer Continental indes überzeugte die Investoren mit seinem Wachstum. Die Titel stiegen als einer der Favoriten im Dax um 0,2 Prozent. Im M-Dax knickten die Aktien von Hugo Boss um 5 Prozent ein. Der Modekonzern stimmte mit Blick auf die eingetrübte Geschäftsentwicklung unter anderem in Europa leisere Töne fürs Gesamtjahr an. Konkurrent Gerry Weber erschreckte die Anleger mit der Streichung der Ziele für das Geschäftsjahr, was den Aktien am M-Dax-Ende Verluste von 11,3 Prozent einbrockte.
Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,69 Prozent am Vortag auf 0,68 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,05 Prozent auf 138,37 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,26 Prozent auf 151,35 Punkte. Der Euro notierte bei 1,2548 Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2514 (Montag: 1,2493) Dollar festgesetzt, der Dollar kostete damit 0,7991 (0,8004) Euro.
