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Schöne neue Welt à la Silicon Valley

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Eizellen einfrieren, Krankheiten verhindern, Leben verlängern: Im Silicon Valley gilt alles als machbar. Was liegt also näher, als sich der Gesundheitsforschung zu widmen? Hier gibt es noch genügend Herausforderungen – und wertvolle Daten.

Für die meisten Menschen dürfte es sich nach einem kühnen Unterfangen anhören, Krebs besiegen zu wollen. Larry Page, der Mitgründer und Vorstandsvorsitzende des Internetkonzerns Google, tickt da etwas anders. Eine Lösung für Krebs zu finden sei „nicht so ein großer Fortschritt, wie man denken könnte“, sagte Page im vergangenen Jahr in einem Interview mit der Zeitschrift „Time“. Die Menschheit sehe dies als „diese Riesensache, die die Welt total verändern wird“, aber die durchschnittliche Lebenserwartung würde sich damit nur um drei Jahre verlängern. Page hat sich dagegen zum Ziel gesetzt, das Altern zu verzögern, und dafür mit Google das Gesundheitsunternehmen Calico gegründet. Calico will mehrere hundert Millionen Dollar in das Vorhaben investieren und ein „Weltklasse“-Forschungszentrum in der Region um San Francisco errichten.

Unternehmen und Gründerfiguren aus der amerikanischen Technologieindustrie sind nicht nur damit beschäftigt, die Digitalisierung der Welt voranzutreiben. Viele von ihnen trauen sich auch zu, Antworten auf Herausforderungen weit jenseits ihres eigentlichen Kerngeschäfts zu finden. Im Silicon Valley herrscht ein grenzenloser Optimismus, die Welt verändern zu können, nicht nur mit neuen Internetdiensten und Smartphone-Apps, sondern auch in fundamentalen und persönlichen Lebensfragen. So erklären sich Projekte wie Calico, mit denen Google das Leben von Menschen verlängern und Krankheiten stoppen will. Und wenn nun das soziale Netzwerk Facebook und der Elektronikkonzern Apple ihren Mitarbeiterinnen das Einfrieren von Eizellen finanzieren, ist das nicht nur ein weiteres Beispiel aus der langen Liste von Leistungen von Arbeitgebern im Silicon Valley. Es unterstreicht auch den Glauben der Branche an die Planbar- und Machbarkeit im Leben.

Kampf gegen das Altern steht im Zentrum

„Im Silicon Valley ist man überzeugt, nicht nur Produkte zu liefern, sondern Revolutionen“, sagt Zukunftsforscher Paul Saffo, der an der Stanford-Universität im Herzen der kalifornischen Technologieregion lehrt. Wer es hier mit seinen Unternehmen zu Reichtum gebracht habe, wolle nicht damit aufhören, sich an bahnbrechenden Dingen zu versuchen, und Gesundheit sei nun einmal ein Gebiet voller großer Herausforderungen. Eric Schmidt, der Verwaltungsratsvorsitzende von Google, beschreibt in seinem neuen Buch „How Google works“ die Mentalität des Unternehmens, Dinge um den Faktor zehn verbessern zu wollen und nicht nur um 10 Prozent. Larry Page spricht gerne von „Moonshots“ und meint damit sehr ehrgeizige Projekte.

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Der Kampf gegen das Altern scheint die Unternehmen aus dem Silicon Valley besonders zu interessieren. Larry Ellison, der Mitgründer des Softwarekonzerns Oracle, hat schon in den neunziger Jahren eine Stiftung gegründet, die sich der Forschung auf diesem Gebiet verschrieben hat. Im Logo der Organisation ist ein Kranich, ein Symbol für langes Leben. Facebook-Mitgründer Mark Zuckerberg und Sergey Brin, neben Larry Page der zweite Gründer von Google, haben im vergangenen Jahr zusammen mit einigen anderen prominenten Vertretern der Technologiebranche einen Preis ins Leben gerufen, der Forschungsleistungen für die Lebensverlängerung würdigt.