
Nichts für Spielkinder: Das Smartphone TC 55 von Motorola ist geeignet für den Einsatz in widriger Umgebung. In unserem Härtetest stieß das Gerät an seine Grenzen.
Stürze auf Beton? Kein Problem. Staubdicht? Klar. Wasserdicht? Ebenfalls. Wir haben ein Smartphone ausprobiert, das kräftiges Zupacken ebenso wegsteckt wie ein kurzes Bad in der Pfütze. Das TC 55 von Motorola Solutions wird als „Touch Computer“ für Mitarbeiter in Service, Transport und Logistik angekündigt, unter rauhen Bedingungen fühle es sich besonders wohl. Mit seinem umlaufenden Magnesiumrahmen überstehe es die gängigen Falltests, und es ist nach IP 67 versiegelt, also staubdicht und gegen zeitweiliges Untertauchen gesichert. Warum so viel Aufwand, was ist der Einsatzzweck?
Das Telefonieren spielt für Paketboten oder Servicetechniker kaum noch eine Rolle. Vielmehr sind die Funktionen eines klassischen Smartphones rund um die Erfassung von Daten, Barcodes, Unterschriften, Dokumenten und Fotos gefragt. Standardgeräte sind für den Einsatz in widriger Umgebung nicht geeignet. Für seinen robusten Auftritt ist dieser Androide anders: Groß (13,7 × 7 × 1,5 Zentimeter), schwer (220 Gramm) und an allen Öffnungen besonders geschützt.
Auch der berührungsempfindliche Bildschirm mit einer Diagonale von 4,3 Zoll hat es in sich: Die Bedienung funktioniert nicht nur mit dem Finger, sondern auch mit einem Stift, mit dem Handschuh, und das alles sogar, wenn das Display nass geworden ist. Neben der 8-Megapixel-Kamera auf der Rückseite steht ein eigener Barcode-Scanner an der Oberseite zur Verfügung. Der USB- und Audio-Anschluss sind mechanisch mit einer Abdeckkappe geschützt, zum Laden dient ein proprietäres Kabel.
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Der Kraftspender mit fast 3000 Milliamperestunden hält gut zwei Tage durch und lässt sich vom Anwender wechseln. Hat man ihn mit einem gewissen Kraftaufwand dem Gehäuse entrissen, entdeckt man darunter die beiden Halterungen für Sim-Karte (in Normalgröße) und Micro-SD-Speicherkarte. Als Android-Smartphone ist das Motorola mittelmäßig ausgestattet: 1 Gigabyte RAM und 8 Gigabyte Speicher arbeiten zusammen mit dem Dual-Core-Prozessor (1,5 Gigahertz)- der Datenturbo LTE und der Nahfunk NFC werden jedoch unterstützt. Die Freisprecheinrichtung des TC 55 wiederum ist ziemlich laut, zwei getrennte Mikrofone mit Störschallunterdrückung sollen die Akustik verbessern.
Für den geschäftlichen Einsatz hat sich Motorola einige Raffinessen ausgedacht: Die Androiden lassen sich einfach administrieren, es gibt eine erweiterte Geräteverwaltung und Geräteverschlüsselung. Wenn es der Kunde will, wird der Play Store von Google deaktiviert, die Mitarbeiter sollen ja nicht spielen und keine eigenen Apps installieren. Zudem teilt Motorola mit: „Damit wird die Datensammlung in Bezug auf die Nutzerposition, Tastatureingaben und Suchaktivitäten durch Google verhindert.“ Dass das eingesetzte Android 4.1.2. alles andere als taufrisch ist, spielt für die gedachten Einsatzzwecke wohl keine Rolle.
Motorola stellt für Geschäftskunden Extensions zur leichteren Verwaltung der Geräte ebenso zur Verfügung wie die Rho Mobile Suite mit Entwicklertools für mobile Anwendungen im Unternehmen. Motorola Solutions, die dieses Business-Produkt herstellen, will das TC 55 noch drei bis vier Jahre vorhalten. Es ist kein schnelllebiges Smartphone und dementsprechend teuer, bis zu 1000 Euro.
Unser Härtetest zeigte allerdings die Grenzen des TC-55 auf. Während des Videodrehs war wohl doch der eine oder andere Wurf und Falltest zu gewagt, sodass das eigentlich robuste Gerät Schaden genommen hat. Im Display des Motorola-Smartphones war ein Haarriss zu erkennen.
