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Aktienmarkt: Technologiewerte führen Börsenerholung an

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Die Aktien von Apple und Microsoft haben sich besser entwickelt als der Markt. Amazon und IBM haben zwar enttäuscht, sie reflektieren aber nicht den Trend – denn der ist positiv. Und das lässt für die konjunkturelle Zukunft hoffen.

Technologiewerte führen die Erholung der Börsenkurse an der Wall Street und in Europa trotz prominenter Ausreißer wie dem Online-Händler Amazon an. Der Aktienkurs von Amazon sackte am Freitag im frühen Handel an der Nasdaq um zeitweise knapp 8 Prozent ab, nachdem der Konzern enttäuschende Quartalsergebnisse gemeldet hatte. Damit weiteten sich die Jahreseinbußen der Amazon-Titel auf mehr als 27 Prozent aus. Auch der große Technologiekonzern IBM hatte die Börsianer vor einigen Tagen mit schlechten Quartalszahlen regelrecht geschockt. Die IBM-Aktien liegen nach dem jüngsten Quartalsdebakel in diesem Jahr mittlerweile um fast 14 Prozent im Minus. Trotz dieser negativen Schlagzeilen zweifeln die Börsianer aber nicht allgemein an der Technologiebranche. Insgesamt hat sich der technologielastige Composite-Index der Computerbörse Nasdaq in diesem Jahr mit einem Plus von knapp 7 Prozent etwas besser entwickelt als der breit gefasste Aktienindex S&amp-P 500, der seit Anfang des Jahres mehr als 5 Prozent gestiegen ist.

Zu den Lieblingen unter den Technologieaktien gehören in diesem Jahr Börsenschwergewichte wie der Elektronikkonzern Apple und der Software-Hersteller Microsoft. Die Titel von Apple sind seit Anfang des Jahres um mehr als 30 Prozent, die von Microsoft um mehr als 22 Prozent geklettert. Microsoft überraschte die Analystengemeinde am Donnerstagabend mit einer besser als erwartet ausgefallenen Umsatzentwicklung im vergangenen Quartal, was unter anderem auf die gestiegene Nachfrage nach den Tabletcomputern und Mobiltelefonen des Unternehmens zurückging, die bislang immer im Schatten von Apple gestanden hatten.

Infografik / Nasdaq Composite gegen S&P 500

Apple hatte die Erwartungen nach einem guten Verkaufsstart der neuen iPhone-Modelle übertroffen. Insgesamt sind die stark gewichteten Technologietitel in diesem Jahr das drittbeste Segment im breit gefassten Marktindex S&amp-P 500. Nur Gesundheitstitel und Versorger haben etwas besser abgeschnitten. Technologieaktien, die generell etwas schwankungsanfälliger sind, sind trotz ihrer positiven Kursentwicklung im Vergleich zum S&amp-P 500 aber noch weiter von neuen Höchstständen entfernt. Der Composite-Index der Nasdaq hat seinen Rekord aus dem Jahr 2000 noch nicht wieder eingestellt. Nachdem der Nasdaq-Index im März 2000 auf 5133 Punkte gestiegen war, platzte die spekulative Blase von Internet- und Technologieaktien, die davor den gesamten Aktienmarkt jahrelang dominiert hatten. Aktienmarktstrategen unterstellen Technologietiteln aber weiteres Kurspotential. Der Grund: Die Unternehmen reagieren sensibel auf konjunkturelle Trends. Wenn die amerikanische Wirtschaft weiter wächst, werden Unternehmen stärker in Informationstechnologie investieren. Im zweiten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten, aufs Jahr hochgerechnet, um 4,2 Prozent gewachsen. Als Risiko für den Börsentrend gilt allerdings immer noch der Zeitpunkt, an dem die amerikanische Notenbank die seit Jahren extrem niedrigen Leitzinsen anheben wird.

Infografik / Tec-Dax gegen Dax

Als Anfang dieses Monats die scharfe Korrektur deutscher Börsenwerte einsetzte, traf das Technologietitel besonders stark. Der Technologiewerteindex Tec-Dax fiel deutlich tiefer als der breiter gefasste Dax. Das führten Analysten darauf zurück, dass Investoren in unsicheren Zeiten weniger auf kleine Werte vertrauten und Technologieaktien tendenziell als konjunkturanfälliger gelten. Doch seit Mitte des Monats haben sich die Märkte erholt. Und der Tec-Dax hat sich seither besser entwickelt als der Dax, so dass er nun auf Jahressicht wieder einen Zuwachs von 3,3 Prozent erreicht hat, während der Dax um 5,8 Prozent fiel.

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Seither hat sich vor allem der Kurs der BB Biotech AG mit einem Anstieg von 17 Prozent positiv entwickelt. Das Schweizer Unternehmen ist an der Züricher, der Frankfurter und der Mailänder Börse notiert und investiert in profitable Entwickler von Medikamenten – vor allem in Amerika. Damit gilt es als Profiteur des durch die Ebola-Epidemie gewachsenen Interesses an der Arzneimittelforschung. Der Quartalsbericht am 16. Oktober hatte gute Ergebnisse gezeigt – zudem stellte das Unternehmen mehrere Produkteinführungen von Herstellern in Aussicht, an denen es beteiligt ist. Nicht ganz so stark war der Kursanstieg von Dialog Semiconductor, den Analysten darauf zurückführen, dass der Halbleiterhersteller vom Absatz des neuesten Apple-Handys iPhone 6 profitieren dürfte. Der vorherige Kursrückgang, der vor allem auf Schwächezeichen in der Chipindustrie zurückgeführt wurde, ist mit einem Anstieg um 10,2 Prozent seit Mitte des Monats längst wieder ausgeglichen.