
Ein Banker aus Großbritannien hat zugegeben, beim Libor-Interbankenzins betrogen zu haben. Seine Identität bleibt vorerst geheim. Die Rabobank hat nach internen Untersuchungen zwei Devisenhändler in London vom Dienst suspendiert.
Im Skandal um Zins-Manipulationen hat sich in Großbritannien ein erster Banker schuldig bekannt. Der ranghohe Bankier eines führenden britischen Geldhauses habe bereits am Freitag eingestanden, beim Libor-Interbankenzins betrogen zu haben. Ein Richter ließ aber erst am Dienstag die Berichterstattung darüber zu.
Die Identität des Bankers blieb aus rechtlichen Gründen geheim. Weltweit gerieten wegen der Manipulation des Libor-Interbankenzinses und anderer Zinssätze mehrere Banken ins Visier der Aufseher, in Deutschland auch die Deutsche Bank. Insidern zufolge arbeitet das Geldhaus derzeit an einem Vergleich mit den Behörden in Großbritannien und den Vereinigten Staaten.
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Allein auf dem in London berechneten Libor-Zinssatz basieren Finanzprodukte im Volumen von 450 Billionen Dollar – von der einfachen Hypothek bis zu komplizierten Finanzderivaten. In den Vereinigten Staaten haben bereits zwei Ex-Händler der niederländischen Rabobank ihre Schuld eingestanden. Nach einem Bericht der Agentur Bloomberg hat die Rabobank nach internen Untersuchungen zwei Devisenhändler in London vom Dienst suspendiert. Das Geldhaus hatte sich vor einem Jahr in einem Vergleich mit den Aufsichtsbehörden in Europa und den Vereinigten Staaten zur Zahlung von einer Milliarde Dollar bereiterklärt.
Bislang haben sich sieben Banken und Handelshäuser mit den Behörden in Amerika und Großbritannien verglichen. Gegen 17 Männer wurde Anklage erhoben. Die erste Verhandlung vor einem Geschworenengericht soll es im Januar in Großbritannien geben. Ein Ex-Händler der UBS und Citigroup wird beschuldigt, sich bei beim Yen Libor abgesprochen zu haben, um Handelsgewinne einzustreichen.
