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Phablets von Apple, Samsung, Huawei und Blackberry im Test

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Unsere Smartphones werden immer größer. Die Lust am Wachstum ist mehr als Mode. Es geht darum, dem Tablet PC den Garaus zu machen. Das zeigen vier Geräte, die wir ausprobiert haben.

Dieses Experiment hat Spaß gemacht. Wir waren einige Wochen mit dem älteren Smartphone Sony Xperia Z Ultra unterwegs. Die Besonderheit? Fachleute werden bereits schmunzeln. Es ist ein Riesen-Smartphone mit einer Diagonale von 6,4 Zoll, das sind 16,25 Zentimeter. Anders ausgedrückt: Unser Telefon hatte die Maße eines Frühstücksbrettchens, und wir haben es uns tatsächlich ans Ohr gehalten.

Man macht sich ein wenig lächerlich damit, zugegeben. Alle gucken. Viele finden es affig. Aber sie fragen dann auch, zum Beispiel im Flugzeug, als das Z Ultra schnell aus der Jackentasche hervorgeholt wird und stundenlang das Lesegerät für ein E-Book ist: Was ist das, warum diese Größe, ist es ein Tablet PC oder ein Smartphone? Setzt man beide Gattungsbezeichnungen zusammen, entsteht der Name für die neue Gerätekategorie: Die „Phablets“ mit Bildschirmen zwischen fünf und sieben Zoll sind das nächste große Ding der Mobilfunkindustrie.

Große Smartphones waren bis vor einigen Jahren in Europa und Amerika eine Ausnahmeerscheinung – und nie erfolgreich. Die Karriere der Boliden begann vielmehr in den asiatischen Ländern. Das erste Samsung Galaxy Note aus dem Jahr 2011 machte die Phablets in Europa populär. Sein Bildschirm hatte eine Diagonale von 5,3 Zoll und löste mit 1280 × 800 Pixel auf.

Weitere solcher Exoten kamen im vergangenen Jahr dazu: Neben dem erwähnten Z Ultra von Sony stellte sich das Galaxy Mega von Samsung mit 6,3 Zoll auf, Nokia präsentierte sein Lumia 1520 mit sechs Zoll und Windows-Phone-Betriebssystem, ferner tummelten sich das HTC One Max und das Asus Fonepad Note 6 in dieser Liga.

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Nun wächst die Nische, und zwar gewaltig. Die Marktforscher von IDC gehen davon aus, dass in diesem Jahr in aller Welt mehr Phablets (175 Millionen) als Notebooks (170 Millionen) verkauft werden. Phablets werden dabei als mobilfunkfähige Geräte mit einer Bildschirmgröße zwischen 5,5 und sieben Zoll definiert. Im kommenden Jahr sollen die Phablets auch die Tablet PC überrunden. Das wundert kaum, denn der Tablet-Absatz schwächelt schon jetzt. Derzeit ist jedes siebte verkaufte Smartphone ein Phablet, und mit dem Verkaufsbeginn des iPhone 6 Plus von Apple wächst die Aufmerksamkeit für die XXL-Handys. Aber woraus speist sich die Begeisterung für die Telefone in Übergröße? Handelt es um eine Mode, oder bieten sie handfeste Vorteile?

An erster Stelle zeigen die Phablets, dass sich der Umgang mit Smartphones grundlegend geändert hat. Die Sprachtelefonie tritt zurück, Multimedia-Anwendungen, Spiele, Videos, das Surfen im Internet und die Aktivitäten in sozialen Netzen werden wichtiger. Für alle diese Anwendungen ist ein großer Bildschirm besser geeignet. Man schleppt nicht mehr das Fernsehgerät auf die Terrasse, sondern verfolgt das TV-Programm übers Internet auf dem Smartphone. Auch beim Bearbeiten von Texten, Tabellen und Präsentationen gilt: Mehr ist mehr. Zudem bieten die einzelnen Modelle raffinierte Extras, um die Produktivität zu fördern: Mit einem Stift kann man bei Samsung nicht nur zeichnen, sondern auch Texte erfassen.

Eine geteilte Bildschirmdarstellung – sinnlos bei kleinen Anzeigen – sorgt dafür, dass zwei Kontexte fortwährend im Blick sind. Tablet PC und Phablet ersetzen ferner die E-Book-Reader. Zum Lesen elektronischer Bücher dient die App, ein eigenständiges Gerät wird entbehrlich. Und die App soll möglichst viel von der Buchseite auf einen Blick zeigen, damit man nicht fortwährend umblättern muss. Nicht zuletzt freuen sich die IT-Abteilungen von Unternehmen auf die Phablets in der Hoffnung, dass ein Gerät in Nutzerhand überflüssig wird – der Tablet PC.