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Rothschild: Erfolg bei Aktienfonds Europa

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Mit einem individuellen Investmentansatz schafft es Rothschild & Cie mit zwei Produkten unter die besten Aktienfonds Europas: Die Fondsmanager wollen nicht mit dem Strom schwimmen.

Greife nie in ein fallendes Messer, lautet eine der vielen Börsenweisheiten, die unter Aktienanlegern gerne kursieren. Viele drücken den Satz schlichter aus: Stelle dich nie gegen den Trend. Wenn die Kurse fallen, dann lass sie eben fallen. Die große Mehrheit der Fondsmanager haben diese Regel verinnerlicht. Selbstverständlich drücken sie es ausgefeilter aus. Doch die meisten Fondsmanager lassen sich daran messen, ob sie besser oder schlechter als ihr Vergleichsindex abschneiden.

Bei Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Europa, wie sie das Fondsanalysehaus Lipper nun wieder für unseren Fondsbericht ausgewertet hat, ist die Messlatte üblicherweise einer der großen europäischen Aktienindizes. Der Euro Stoxx 50 beispielsweise bildet die Kursentwicklung von 50 Standardwerten aus dem Euroraum ab. Der Stoxx Europe 600 zeichnet die Kursentwicklung von 600 Aktien aus dem Euroraum, aus Großbritannien, Schweden, Norwegen, Tschechien, Dänemark und der Schweiz nach.

Die Überzeugungstäter von Rothschild

Fondsmanager werden daran gemessen, ob sie besser als ihr Vergleichsindex abschneiden. Das führt dazu, dass sie immer wieder Aktien kaufen müssen, einzig weil diese ein hohes Gewicht im Index haben, unabhängig davon, ob sie das Unternehmen mögen oder nicht. Sie kaufen oft Aktien ohne echte Überzeugung.

Die Fondsmanager von Rothschild &amp- Cie Gestion in Paris lehnen solche Kompromisse ab. „Wir investieren nur in Titel, von denen wir fest überzeugt sind“, sagten einmal Jean-Louis Laurens, Partner von Rothschild &amp- Cie, und sein damaliger Repräsentant in Deutschland, Oliver Roll, im Gespräch. Rothschild &amp- Cie stellen sich nicht gegen die Marktmeinung, wie es Hedgefonds-Manager tun, die einen Contrarian Investing genannten Ansatz verfolgen. Die Rothschild-Manager stellen sich nicht aus Prinzip gegen den Strom, aber sie wollen nicht unbedingt mit ihm schwimmen.

Dies führt dazu, dass die Portfolios der Rothschild-Fonds von ihrem Vergleichsindex stark abweichen können. Das stört manche institutionelle Anleger wie Versicherer oder Altersvorsorgeeinrichtungen. Doch Anleger, die nah an einem Index investieren wollen, finden heute die entsprechenden Instrumente in Form von Indexfonds, auch ETF genannt. Diese ermöglichen kostengünstige Investments in Fonds, die ihrem Vergleichsindex so eng wie möglich folgen.

Erstaunliche Investments

Den Überzeugungstätern von Rothschild &amp- Cie ist es gelungen, zwei Fonds in unsere aktuelle Rangliste der 30 besten Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Europa zu plazieren. Der R Conviction Europe C hat sich mit einer Wertsteigerung von kumuliert 82 Prozent in den vergangenen drei Jahren für Rang 14 qualifiziert. Der R Conviction Euro C liegt mit einem Plus von 80 Prozent knapp dahinter. Damit liegen sie weit über dem Durchschnitt von 62 Prozent der 386 Fonds, die Lipper in dieser Anlagekategorie führt.

Philippe Chaumel und Didier Bouvignies verwalten beide Fonds und setzen nur ein anderes Anlageuniversum. Der R Conviction Europe C misst sich am Aktienindex Stoxx Europe 600 und muss stets zu mindestens 90 Prozent des Fondsvermögens von aktuell rund 114 Millionen Euro in Aktien aus der Europäischen Union investiert sein. Bis zu 10 Prozent des Fondsvermögens können Chaumel und Bouvignies in osteuropäische Aktien investieren. Der R Conviction Euro C dagegen ist enger auf den Euroraum ausgerichtet: Mindestens 70 Prozent seines Vermögens muss er in Aktien aus der Europäischen Währungsunion investieren. Allerdings darf der Fonds auch bis zu 10 Prozent Aktien aus Osteuropa beimischen.

Auch wenn sich die Rothschild-Fonds letztlich mit einem Index messen lassen müssen, so führt der Ansatz, auf starke Überzeugungen aufzubauen, zu erstaunlichen Investments: In beiden Fonds stellen Banken vier der fünf größten Einzelpositionen. Im Euro-Fonds finden sich die beiden französischen Großbanken BNP Paribas und Société Générale, die italienische Investmentbank Intesa Sanpaolo und der ebenfalls italienische Versicherer Generali unter den fünf größten Einzelpositionen.

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Im Europa-Fonds haben die Fondsmanager Generali durch die britische Großbank Barclays ausgetauscht. Die ist dafür jedoch mit einem Gewicht von gut 5 Prozent die größte Einzelposition im Fonds. In beiden Fonds durchbricht nur der französische IT-Dienstleister Capgemini die Bankendominanz unter den Top fünf der Einzelpositionen. „Wir streben asymmetrische Investments an“, heißt es bei Rothschild &amp- Cie nur. „Wir suchen großes Potenzial nach oben bei begrenztem Abwärtsrisiko.“

Rothschild &amp- Cie ist im Januar 2008 aus der Fusion der Aktivitäten von David de Rothschild, Eric de Rothschild und Edouard de Rothschild entstanden. Heute sind N M Rothschild &amp- Sons in London und Rothschild &amp- Cie Banque in Paris unter dem Dach der Familienholding Paris Orléans vereint. Daneben besteht noch die Banque Privée Edmond de Rothschild in Genf, deren Verwaltungsratspräsident Benjamin de Rothschild ist. Die Familienverflechtungen der Rothschilds mögen manchmal etwas verworren wirken. Doch Rothschild &amp- Cie zeigt nun, dass die Fondsgesellschaft aus der Fusion gestärkt und selbstbewusst hervorgegangen ist.