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IS-Extremisten erhöhen Druck auf Kurden-Stadt Kobane in Nordsyrien

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Die IS-Terrormiliz rückt immer weiter auf die nordsyrische Stadt Kobane vor. Eine kurdische Kämpferin soll bei einem Selbstmord-Anschlag auf eine IS-Stellung Dutzende Dschihadisten getötet haben. Im Irak tobt der Kampf um die größte Ölraffinerie des Landes.

An der Grenze zur Türkei weitet die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ihre Angriffe auf die nordsyrische Stadt Kobane aus. Die Dschihadisten zogen dazu im Kampf um die kurdische Enklave Verstärkung aus den eigenen Reihen hinzu. Kurdische Kämpfern gelang es aber zunächst einen weiteren Eroberungsversuch abzuwehren.

Die Kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) lieferten sich dabei in der Nacht zum Montag heftige Kämpfe mit den Angreifern. 19 Kurden und 27 IS-Extremisten seien getötet worden, teilte die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag mit. Die IS-Miliz habe Kobane von Osten und Westen gleichzeitig angegriffen. YPG-Einheiten leisten erbitterten Widerstand. Der Chef der selbst ernannten Regionalregierung von Kobane, Anwar Muslim, sagte der Nachrichtenagentur dpa am Montag, mittlerweile würden 5000 Kurden in Kobane kämpfen.

Am Wochenende hatten die Vereinigten Staaten und ihre arabischen Verbündeten die Kurden mit insgesamt sieben Luftangriffen bei Kobane unterstützt. Eine kurdische Kämpferin soll bei einem Selbstmord-Anschlag südlich von Kobane Dutzende IS-Extremisten getötet haben. Die Frau sei Mitglied der YPG gewesen, hieß es nach Angaben der kurdischen Nachrichtenseite Welati.

Kurdenpolitiker: IS-Miliz nur einen Kilometer von Kobane entfernt

Die Kämpfer der IS-Miliz haben sich nach Angaben eines ranghohen Kurdenpolitikers Kobane inzwischen bis auf einen Kilometer genähert. Der stellvertretende Außenminister der Kurdenregion, Idris Nahsen, sagte der Nachrichtenagentur AFP am Telefon aus der belagerten Stadt, die Dschihadistenkämpfer seien teils zwei oder drei, teils sogar nur noch einen Kilometer entfernt.

Die von der amerikanischen Luftwaffe angeführten Angriffe auf die Dschihadisten reichten nicht aus, um diese zu stoppen, fügte der kurdische Politiker hinzu. Er forderte die von den Vereinigten Staaten angeführte Militärallianz auf, den kurdischen Verteidigungseinheiten im Kampf gegen die vorrückende IS-Miliz „schwere Waffen, gepanzerte Fahrzeuge, Kanonen und Raketen“ zur Verfügung zu stellen. Außerdem müssten die Luftangriffe gegen den Islamischen Staat „wirksamer“ geführt werden.

Mörsergranate schlägt auf türkischen Boden ein

Während der Gefechte um Kobane ist abermals eine Mörsergranate in einem Haus in der Türkei eingeschlagen. Dabei habe es am Montag im Grenzdistrikt Suruc aber keine Verletzten gegeben, berichtete die Nachrichtenagentur DHA. Die Nachrichtenagentur Anadolu meldete, türkische Behörden hätten wegen des wiederholten Granatenbeschusses inzwischen die Evakuierung von insgesamt drei Grenzdörfern angeordnet. Außerdem seien die Schulen in der Umgebung geschlossen worden.

Türkische Sicherheitskräfte drängten Dutzende Journalisten und Zivilisten aus dem unmittelbaren Grenzgebiet zurück. „Gehen Sie oder wir schreiten ein“, riefen die Sicherheitskräfte über Lautsprecher. Sowohl die Journalisten als auch kurdische Zivilisten, die von der türkischen Seite aus die Kämpfe um Kobane beobachteten, wurden rund 700 Meter in das Landesinnere vertrieben. Dazu kam auch Tränengas zu Einsatz. Bereits am Sonntag hatten die Sicherheitskräfte die Menschen aufgefordert, die unmittelbare Nähe zur Grenze rund um den Ort Suruc zu meiden.