
Eine schwache Stimmung in der Wirtschaft drückt am Dienstag die Aktienkurse. BMW und Siemens werden von Analysten kritischer beurteilt.
Die Stimmung in den Unternehmen des Euroraums verschlechtert sich. Im September fiel der Einkaufsmanagerindex – eine Umfrage unter ranghohen Unternehmensvertretern – um 0,2 Punkte auf 52,3 Punkte. Das ist der tiefste Stand in diesem Jahr. Bankvolkswirte hatten indes mit einer Stagnation gerechnet. Sowohl in der Industrie als auch unter Dienstleistern trübte sich die Stimmung ein.
In Deutschland fiel das Stimmungsbarometer in der Industrie zurück, während es im Dienstleistungsbereich anstieg. In Frankreich fiel die Entwicklung umgekehrt aus. In der zweitgrößten Volkswirtschaft Europas gebe es insgesamt keine Anzeichen für eine konjunkturelle Erholung, sagte Analyst Ulrich Wortberg von der Helaba.
Der Dax fällt um 1,3 Prozent auf 9624 Punkte. Für den mit 100 Werten den Markt deutlich breiter abbildenden F.A.Z.-Index geht es um gleichfalls 1,3 Prozent auf 1956 Zähler abwärts.
Hierzulande verarbeiteten Anleger einige Analystenkommentare. So strich die Schweizer Großbank UBS ihre Kaufempfehlung für die Papiere von BMW. Analyst Philippe Houchois riet den europäischen Autosektor angesichts seiner Bewertung und der nachlassenden Gewinndynamik weiter unterzugewichten. Letzteres sei auch der Grund für die Abstufung des Münchner Premiumherstellers. BMW-Titel verlieren fast 3 Prozent.
Für Siemens geht es um 1,6 Prozent nach unten. Hier hatte sich die britische Investmentbank Barclays skeptisch zu den Papieren des Industriekonzerns geäußert. Seine Empfehlung habe auf einer sinnvolleren Kapitalverwendung und einer disziplinierteren Unternehmensführung basiert, schrieb Analyst Chris Stevens. Seit der neue Vorstandschef im Amt ist, habe er zwei Zukäufe in Milliardenhöhe in Gang gebracht, die jeweils die selbst gesteckten Renditevoraussetzungen nicht erfüllt hätten.
