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Ebola-Verdachtsfall in Schweden gemeldet

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Ein schwedischer Patient ist mit Symptomen des Ebola-Virus in eine Klinik eingeliefert worden. Indes ist ein in Liberia infizierter amerikanischer Arzt auf dem Weg der Besserung – offenbar dank der Antikörper eines Geheilten.

Die schwedischen Behörden haben einen möglichen Ebola-Fall gemeldet. Ein Mann sei am Freitag mit für die Krankheit typischen Symptomen in ein Krankenhaus in Malmö gebracht worden, sagte der Sprecher der Provinz Schonen im Süden Schwedens. Der Patient habe sich zuvor in einem von der Epidemie betroffenen afrikanischen Land aufgehalten. Das Ergebnis der Untersuchungen solle am Samstag vorliegen.

Bei einem Mann aus Sierra Leone, der Ende August in Stockholm wegen Ebola-Verdachts untersucht worden war, konnte hingegen Entwarnung gegeben werden.

Hoffnung auf Heilung durch Blutplasma

Unterdessen ist ein in Liberia an Ebola erkrankter amerikanischer Arzt in seiner Heimat offenbar erfolgreich mit dem Blutplasma eines bereits vom gleichen Virus geheilten Landsmannes behandelt worden. „Wir hoffen auf eine Stärkung des Immunsystems“ mit Antikörpern des genesenen Patienten, sagte der behandelnde Arzt Philip Smith der „New York Times“ am Donnerstag.

Laut der Klinik im Bundesstaat Nebraska ist der 51 Jahre alte Rick Sacra nach der Behandlung mit dem Blutplasma sowie experimentellen Medikamenten wieder auf dem Weg der Besserung.

Vorräte des Medikaments fast aufgebraucht

Experten setzen bei der Behandlung des tödlichen Virus Hoffnungen auf die Bluttherapie, weil die Antikörper im Blut geheilter Patienten anderen Erkrankten helfen könnten. Sacra bekam das Plasma von einem Patienten verabreicht, der sich ebenfalls in Liberia angesteckt und in einem anderen amerikanischen Krankenhaus wieder erholt hatte. Zusätzlich erhielt Sacra experimentelle Medikamente, zu denen seine Ärzte vom Medical Center Nebraska keine Angaben machten.

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Der behandelnde Arzt teilte mit, es sei nicht feststellbar, welche der verwendeten Therapien den Ausschlag gegeben hat. „Wir haben entschieden, dass wir uns mehr für die Rettung von Rick interessieren als für eine rein klinische Studie“, sagte Smith. Deshalb seien sämtliche verfügbaren Mittel eingesetzt worden.

Das Medikament ZMapp, das offenbar den anderen Patienten sowie eine Amerikanerin gerettet hatte, kam demnach aber nicht zum Einsatz. Die Vorräte von ZMapp sind größtenteils aufgebraucht, und die Produktion des nicht vollständig erforschten Medikaments ist sehr zeitintensiv.

Forderung nach mehr Hilfe von der Bundesregierung

Als Reaktion auf die grassierende Epidemie haben deutsche Organisationen am Freitag mehr Unterstützung für Ebola-Patienten in Westafrika gefordert. So teilten die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe DAHW und das Missionsärztliche Institut mit, die Bundesregierung müsse schnellstmöglich finanzielle, logistische und personelle Hilfe leisten. Während nach der Flut in Pakistan 2010 etwa 25 Millionen Euro als Soforthilfe überwiesen worden seien, habe die Bundesregierung bislang lediglich 2,5 Millionen Euro für den Kampf gegen Ebola bereitgestellt.

„Unsere Mitarbeiter in Sierra Leone und Liberia berichten von verheerenden Folgen der Epidemie“, sagte der Geschäftsführer der DAHW, Burkhard Kömm. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sind inzwischen mehr als 2400 Menschen an Ebola gestorben, mehr als 4700 Infektionen wurden registriert. Am schwersten betroffen sind Sierra Leone, Liberia und Guinea.