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Apple Pay: So funktioniert das kontaktlose Bezahlen

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Apple hat am längsten gebraucht, um seine iPhones mit einem sogenannten NFC-Chip auszustatten. Bezahlen nun bald alle Deutschen mit ihrem Smartphone? Und wie funktioniert diese kontaktlose Technik überhaupt?

Wer am Dienstagabend die Keynote von Tim Cook verfolgt hat und Besitzer eines Android-, Nokia- und Blackberry-Smartphones ist, wird vermutlich gegähnt haben, als der Apple-Chef stolz verkündete, dass die neuen iPhones nun auch die NFC-Technik verwenden. Denn nahezu jedes aktuelle Gerät hat ein Modul für „Near Field Communication“ eingebaut. Die ersten Geräte gab es bereits 2010.

Mit diesem Übertragungsstandard können Geräte miteinander per Funk im Frequenzbereich von 13,56 Megahertz kommunizieren. Die Grundidee ist dabei immer, dass zwei Geräte Informationen austauschen, ohne in Kontakt zu kommen. Diese müssen sich bis auf vier Zentimeter nähern, bis zu einer Rate von 424 Kilobit pro Sekunde können Daten übertragen werden. So kann man bei Android-Smartphones Kontaktdaten, Bilder oder Musikdateien austauschen, indem man sich auf wenige Zentimeter nähert. Es lässt sich ein Bluetooth-Kopfhörer mit einem Smartphone koppeln. Man bezahlt damit am Parkautomat oder nutzt sein Handy als Eintrittslegitimation ins Firmengebäude.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zwei Arten der Kommunikation. Es müssen nicht beide Geräte ein NFC-Modul enthalten. So kann man mit dem Smartphone einfach Daten von Gegenständen auslesen, wenn diese einen RFID-Chip verbaut haben. Dieses Mini-Modul enthält kleine Datenspeicher, das zudem mit einem Kurzwellensender versehen ist. Er arbeitet ohne Batterie. Die Herstellung dieser RFID-Chips ist sehr günstig.

Ein üblicher Einsatzort dafür wäre etwa der Supermarkt, wo man einkauft, indem man die Verpackungen scannt. Die zweite Möglichkeit: Beide Geräte haben einen NFC-Chip und kommunieren aktiv. Das heißt, die Daten können in beide Richtungen ausgetauscht werden. Die NFC-Technik ist somit weiteren kabellosen Übertragungsarten wie Bluetooth oder W-Lan ähnlich, aufgrund ihrer beschränkten Reichweite aber nicht so vielseitig einsetzbar.

Attacken sind möglich

Wenn NFC für Bezahlvorgänge eingesetzt wird, ist ein zentrale Aspekt dieser Technologie die Sicherheit. Die Informationen werden generell verschlüsselt ausgetauscht. Schwachstelle ist der passive Einsatz. Ähnlich wie bei gefälschten QR-Codes könnte ein manipulierter RFID-Chip versuchen, auf dem Smartphone Schadsoftware zu installieren. Auch ist denkbar, dass sich Kriminelle mit einer Antenne die Funkverbindung abgreifen. Allerdings bekämen sie dann nur verschlüsselte Daten. Ebenso ist eine Man-in-the-Middle-Attacke denkbar: Kriminelle schalten sich zwischen Smartphone und Terminal und lenken die Daten um.

Apple hat mit Apple Pay in mehrfacher Hinsicht vorgesorgt: Die Kreditkartennummern werden nicht auf seinen Servern gespeichert. Jeder Bezahlvorgang wird durch eine eindeutigen Code verschlüsselt. Auf der anderen Seite bleiben dem Verkäufer die Daten des Kunden unbekannt. Sollte das iPhone verloren gehen, sind die Daten nur in dem „Secure Element Chip“ gespeichert, den man aus der Ferne löschen könnte. Jedes Gerät erhält eine einzigartige Kontonummer. Bei der Transaktion fällt auch die Eingabe des dreistelligen Sicherheitscodes auf der Rückseite einer Kreditkarte weg. Apple Pay erzeugt bei jedem Zahlungsvorgang einen dynamischen Code.