
Normalerweise sichern sich große Unternehmen rechtzeitig die Domains ihrer neuen Produkte. Nicht so bei der Apple Watch: applewatch.com gehört einem amerikanischen Blogger. Und das schon seit 2004.
Wenn die Apple-Fans im Internet nach der neuen „Watch“ stöbern, werden sie eine Überraschung erleben: Die Domain „applewatch.com“ führt sie nicht auf die Produktübersicht bei Apple, sondern auf eine leere Seite. Denn die Domain gehört nicht dem Unternehmen aus Cupertino, sondern dem Amerikaner Arnold Kim, einem Journalisten und Technik-Blogger aus Richmond, West Virginia. „Oh crap, look what domain I still own. applewatch.com – from 2004“, twitterte Kim am Dienstag während der Apple-Keynote.
Ärgerlich für ein durchgestyltes Marketing
In Cupertino dürfte das beim ein oder anderen für hochgezogene Augenbrauen gesorgt haben. Denn gerade für ein Unternehmen wie Apple, das seinen medialen Auftritt und sein Marketing so akribisch durchstylt, ist solch ein unglücklicher Zufall zumindest ärgerlich. Auch applewatch.de gehört nicht dem Unternehmen aus Cupertino. Unter ipod.de und ipad.de werden die Kunden hingegen fündig.
oh crap, look what domain I still own. http://t.co/DpdRj2fqs3 – from 2004
&mdash- Arnold Kim (@arnoldkim) 9. September 2014
Kim, der mit seinem Blog „macrumors.com“ als ausgewiesener Apple-Experte gilt, hatte sich die Domain schon im Jahr 2004 gesichert – eine so gute wie weise Vorahnung, wie sich jetzt zeigt. Mittlerweile wird die Domain die nach Angaben von Kim auf einem „billigen Park-Server“ liegt, auf seinen Twitter-Account umgeleitet.
applewatch.com – diese Seite gehört nicht Apple. Noch jedenfalls nicht…
Ob Apple Kim die Domain jetzt abkaufen könnte, ist unklar. Beispiele aus der jüngeren Internet-Geschichte, bei denen Privatleute sich eine Domain gesichert hatten, die später populär und zu einem hohen Preis verkauft wurde, gibt es jedenfalls einige. So wurde die Domain vodka.com 2006 für drei Millionen Dollar verkauft, pizza.com wechselte für 2,6 Millionen Dollar, shopping.de für 1,4 Millionen Euro den Besitzer. Die bisher wertvollste Domain der Welt, sex.com, wurde 2010 für die Rekordsumme von 13 Millionen Dollar verkauft – und zog damit ins Guinness-Buch der Rekorde ein.
Wahrscheinlich hat Arnold Kim aber trotzdem Pech im Glück gehabt. Denn schon beim iPad kam Apple zu spät – zumindest in Amerika: Die Adresse ipad.com ist seit vielen Jahren auf das Unternehmen Network Solutions registriert, das mit Domains handelt. Trotzdem soll Cupertino nach Angaben von Brancheninsidern nach der Veröffentlichung des iPads keinen Versuch unternommen, die Domain zu kaufen.
Keine Auswirkung auf die Präsenz im Netz
Da heutzutage längst Keywords und vor allem sich ständig ändernde Logarithmen darüber bestimmen, was wo im Netz gefunden wird, muss sich Apple ohnehin keine Gedanken darüber machen, dass die neue Uhr im Netz nicht ausreichend präsent ist. Wer bei Google „apple watch“ eingibt, landet schon im ersten Link auf der richtigen Seite. applewatch.com taucht weit und breit nicht auf.
