
Es ist größer als ein Smartphone, aber kleiner als ein iPad. Was genau will das Mediapad X1 sein und was kann es? Fest steht: Trotz kleiner Ruckler überzeugt der chinesische Tablet-PC.
An diesem Tablet-PC des chinesischen Herstellers Huawei ist in erster Linie die Bauform spannend: größer als ein übergroßes Smartphone der 6-Zoll-Klasse, deutlich kleiner als das kleine iPad Mini von Apple. Das ergibt den besonderen Charme des Mediapad X1. Es passt mit Ach und Krach noch in die Jackentasche, und man nimmt es dann mit, wenn der klassische Tablet-PC zu dick auftragen würde, aber mehr Display und Arbeitsfläche gefordert sind.
Der Unterschied beträgt weniger als ein Zoll in der Bildschirmdiagonale (iPad Mini 7,9, Mediapad X1 genau 7 Zoll). Das Huawei ist schmaler, mit Maßen von 18,4 × 10,4 Zentimeter hat es zwei Drittel der Breite des iPad Mini, in der Höhe beträgt der Unterschied nur gut einen Zentimeter. Beide sind 7,5 Millimeter dünn, das Huawei wiegt 240 Gramm, also 100 Gramm weniger als das Apple.
Sind 400 Euro für das Mediapad angemessen?
Nun ist das Mediapad X1 nicht das erste derart schlanke Android-Modell, aber seine Verarbeitungs- und Displayqualität überzeugen. Das Gehäuse mit Metalleinfassung sieht aus wie das eines übergroßen iPhone 5S. Nichts knarzt, verwindungssteif wirkt das Gerät ebenfalls, seine IPS-Anzeige löst in HD-Qualität mit 1920 × 1200 Pixel auf. Die scharfe Darstellung mit guter maximaler Helligkeit gefällt. Der für die Android-Welt hohe Preis von 400 Euro ist gerechtfertigt, denn die Mobilfunkeinheit mit LTE gehört schon dazu. Und im Unterschied zum iPad Mini lässt sich das Mediapad X1 zum Telefonieren und für Whatsapp verwenden.
Wer einen solchen Boliden nicht ans Ohr halten will, nimmt ein Headset. Die Ausstattung folgt der gehobenen Android-Mittelklasse: W-Lan, Bluetooth 4 sind an Bord, zwei Gigabyte Arbeitsspeicher werden ergänzt um 16 Gigabyte für Nutzerdaten, und mit Micro-SD-Karten lässt sich das weiter aufstocken. Micro-USB zum Laden, als PC-Anschluss und für USB OTG, findet sich an der Unterseite. Was ist OTG? Damit kann man „on the go“ über ein entsprechendes Adapterkabel auf alle gängigen USB-Medien zugreifen, was mit dem iPad nicht funktioniert. NFC hat das Huawei leider nicht.
Wie im Fall seiner Smartphones packt Huawei eine unaufdringliche und dezente eigene Oberfläche über den Android-Kern. Als Basis kommt ein älteres Android 4.2.2 zum Einsatz, das Update auf die aktuelle Version 4.4 soll in einigen Wochen bereitstehen. Aus der Apple-Welt hat man die Struktur von Startbildschirm und Ordnern übernommen, und mit verschiedenen Designs lässt sich dem Huawei schnell ein neues Kleid anziehen. Für Text und Tabellen wird Software mitgeliefert.
Hervorragende Leistungen trotz kleiner Ruckler
Die nächste Überraschung ist die Laufzeit des vom Anwender nicht zu wechselnden Akkus mit 5000 Milliamperestunden. Wer mit dem Gerät vor allem liest, kann auf 20 Stunden und mehr kommen, da muss sämtliche Konkurrenz passen. Selbst bei der Videowiedergabe kommt man auf mindestens 15 Stunden. Auch die kurze Ladezeit von rund zwei Stunden ist rekordverdächtig.
Vielleicht werden diese hervorragenden Leistungen nur erreicht, weil der hauseigene Quard-Core-Prozessor nicht der schnellste ist. Man muss gelegentlich mit kleinen Rucklern rechnen, das nächste Firmware-Update soll allerdings auch diesbezüglich Abhilfe bringen. Die rückseitige Kamera löst mit 13 Megapixel auf und bietet eine sehr ordentliche Bildqualität. Die Frontkamera, die man dann beispielsweise für Videotelefonate nutzt, ist mit üppigen 5 Megapixel den meisten Konkurrenten überlegen. Schwach bleibt der Lautsprecher. Alles in allem: ein tolles Produkt, das als Riesen-Smartphone oder Mini-Tablet seine Nische gefunden hat.
