Gesellschaft

François Mitterrand hat angeblich unehelichen Sohn

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Ein junger Schwede behauptet, er sei der uneheliche Sohn des früheren französischen Präsidenten François Mitterrand. Beweise gibt es nicht. Aber der Umgang, den Mitterrand mit Frauen pflegte, spricht zumindest nicht gegen die Geschichte.

Um das Liebesleben des französischen Präsident François Hollande ist es etwas ruhiger geworden, seit er sich im Januar von seiner Lebensgefährtin Valérie Trierweiler getrennt hat. Dagegen macht jetzt sein verstorbenes Vorbild wieder von sich reden: François Mitterrand, Präsident zwischen 1981 und 1995, soll ein uneheliches Kind aus einer Beziehung mit einer schwedischen Journalistin haben: Den 25 Jahre alten Thomas Hravn Christian Forsne. Zumindest hat dies eben jener Thomas Hravn Christian Forsne gegenüber einer schwedischen Lokalzeitung behauptet.

Spielten dabei womöglich Hintergedanken eine Rolle? Der junge Mann strebt immerhin eine Politikerkarriere an, kandidiert für den schwedischen Reichstag in Stockholm. Anfang Juli sagte er dem französischen Klatschmagazin Closer zwar noch, dass er nicht wisse, wer sein Vater sei. Vor wenigen Tagen aber fielen ihm seine Familienbande wieder ein. „Ich möchte für das beurteilt werden, was ich bin, nicht für das, was mein Vater war. Aber es ist, wie es ist. François Mitterrand war mein Papa“, sagte Forsne dem Lokalblatt „Kungsbacka-Posten“.

Beweise gibt es nicht

DNA-Proben oder ähnliche Beweise liegen nicht vor, doch seiner Biographie gemäß spricht einiges für die Behauptung. Forsne wurde in Paris 1988 als Sohn der Fernseh- und Zeitungsjournalistin Christina Forsne geboren. Den Vater ihres Sohnes enthüllte die Mutter bis heute zwar nicht, doch sie berichtete schon mehrfach über ihre Affäre mit Mitterrand, die in ihre Zeit als Paris-Korrespondentin gefallen sein und fünfzehn Jahre gedauert haben soll. Mitterrands Frau, Danielle, wusste angeblich von der Beziehung ihres Mannes – wie auch von dessen Zweitfamilie mit seiner Geliebten Anne Pingeot und seiner Tochter Mazarine, die Mitterrand jahrelang heimlich auf Staatskosten aushielt und deren Existenz erst 1994 enthüllt wurde.

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Die hübsche Schwedin Christina war 31 Jahre alt, als sie den doppelt so alten Mitterrand 1979 auf einem Kongress der Sozialistischen Internationalen in Schweden kennenlernte. Mitterrand liebte die Frauen bekanntermaßen wie die Politik und erlag rasch ihrem Charme. „Wollen Sie immer über Politik reden, lieben Sie nicht das Leben?“, soll er gefragt und sie nach Paris eingeladen haben. Als sie einige Monate später in die französische Hauptstadt umzog, meldete sie sich nicht gleich bei ihm. Stattdessen fand Mitterrand ihre Telefonnummer heraus, und die Begegnungen setzten sich fort – bis 1994.

Journalistinnen galt schon immer die besondere Aufmerksamkeit des Präsidenten. Selbst am Tag seiner Amtseinführung war Mitterrand plötzlich verschwunden, schrieb der Journalist Renaud Revel in seinem Buch „Die Amazonen der Republik“. Wie sich später herausstellte, weilte der Präsident im Appartement von Forsne und genoss mit ihr Nieren in Armagnac-Soße – unter anderem.

Ein ausbalanciertes Beziehungsgeflecht

Mitterrand und seine drei Frauen (von denen bisher bekannt ist) – dies war ein „ménage-à-quatre“ mit ausbalancierten Beziehungsgeflechten. Als Danielle Mitterrand einmal davon erfuhr, dass die Schwedin Christina den Präsidenten auf eine Reise in den Kongo begleiten sollte, blieb sie zuhause. Sie hatte ja auch ihren eigenen Liebhaber und akzeptierte auf der Gegenseite zusätzlich die Kunstexpertin Anne Pingeot als Nebenfrau. Die Konservatorin des Musée d’Orsay soll auch erheblichen politischen Einfluss auf den Präsidenten gehabt haben. Manche bezeichneten die diskrete Französin als „Vize-Kulturministerin“.

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Wieviel politisches Blut in den Adern des jungen Schweden Hravn Forsne fließt, muss sich noch erweisen. Die Gesinnung jedenfalls hat er nicht von seinem angeblichen Vater geerbt. Er kandidiert für die konservative Partei des schwedischen Regierungschefs Fredrik Reinfeldt. „Vier oder fünf Mal“ habe er Mitterrand getroffen, bevor er mit sieben Jahren Paris verließ, gab er an. Danach kehrte er für das Studium an der Sorbonne noch einmal kurze Zeit in die französische Hauptstadt zurück. Jetzt wolle er sich vor allem auf die schwedische Politik konzentrieren und nicht mit der internationalen Presse sprechen, sagte er der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Und was wissen sonstige mögliche Zeugen? Jean-Christophe Mitterrand, einer der drei ehelichen Söhne des ehemaligen Präsidenten, teilte auf die Frage nach einem Halbbruder in Schweden mit: „Vielleicht, ich weiß es nicht“. Der ehemalige Außenminister Roland Dumas fragte Mitterrand einmal direkt nach der Vaterschaft des Kindes. Dieser antwortete wie so oft sibyllinisch: „Aber Roland, das ist unmöglich. Übrigens kenne ich den Vater“.