
Audi hat ein neues Bang & Olufsen-Soundsystem für den TT entwickelt. In der Premiumvariante sorgen gleich zwölf Lautsprecher für räumlichen Klang. Wir durften gut zuhören.
Wer auf Audi-Sportcoupés steht und guten Klang bevorzugt, darf sich freuen. Nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit präsentiert Audi ein neues Bang &- Olufsen-Soundsystem für den neuen TT, der noch in diesem Jahr auf den Markt kommt. Kunden können zwischen einer Standard- oder Premiumversion wählen. Erstere ist passiv aufgebaut. Eine Vor- und Endstufe versorgen die Membranen mit Leistung. Bei der Premiumvariante handelt es sich um aktives System. Die Endstufen sitzen entsprechend in den Lautsprecherchassis. Ein Vorverstärker mit 680 Watt sitzt unterhalb des Fahrersitzes.
Beide Varianten haben das erste Mal jeweils einen Tiefmitteltöner seitlich in den Türen integriert. Diese Lautsprecher sitzen dort isoliert wie eine Kapsel und verhindern aufgrund ihrer Konstruktionsweise, dass die Türverkleidung nicht unfreiwillig als Resonanzraum fungiert. Die Schallwellen bewegen sich nur in Richtung Insassen. Somit bleibt der Musikgeschmack des TT-Fahrers und vor allen Dingen das, was er über die Freisprechanlage von sich gibt, nahezu geheim. In der Premiumversion arbeiten diese Tieftonboxen mit einer Doppelschwingspule.
Ebenfalls neu ist der Center-Lautsprecher, der über der Mittelkonsole sitzt. Beim Probehören hatte man das Gefühl, dass die räumliche Beschallung ausgewogener wird. Die Lautsprecher sind ähnlich wie bei einer Surroundanlage angeordnet. Man hat in gewisser Weise eine 5.2-Anlage. Nur dass die Subwoofer links und rechts von Hörer sitzen. In der Premiumausstattung sitzt neben diesem Center sogar noch ein 25-Millimeter-Hochtöner. Bei „Wish You Were Here“ von Pink Floyd baute sich eine schön gestaffelte Bühne auf, die den Gitarren jeweils ihren eigenen Platz gab.
Der Klang lässt sich über einen Equalizer anpassen Bilderstrecke
Für die Premiumvariante hat sich Audi noch etwas Weiteres einfallen lassen. In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut hat man „Symphoria“ entwickelt. Diese Software analysiert mit Hilfe eines speziellen Algorithmus die Audiosignale der Quelle und verteilt sie gezielt auf die zwölf Lautsprecher. Es funktioniert letztlich wie eine Surroundanlage, die für Musik im Auto konzipiert wurde. Da die Software die besonderen Gegebenheiten des Autos „kennt“, verteilt sie bestimmte Frequenzbereiche mit möglichem Zeitversatz auf einzelne Kanäle. Dadurch entsteht nicht nur ein „korrekter“ Sound, sondern auch ein besserer Raumklang.
Fraunhofer und Audi sprechen sogar von einem 3D-Sound. Dieser Bezeichnung irritiert etwas, weil dann auch oberhalb der Insassen Lautsprecher angebracht sein müssten. „3D“ deutet allerdings richtet an, dass sich der Klang von der typischen Stereostruktur und den eigentlichen Orten der Lautsprecher löst und sich im Innenraum verteilt. Grundlage für „Symphoria“ ist ein psychoakustisches Verfahren.
- Soundbars im Test: Nur der Teufel lässt es richtig krachen
- Erdgasauto Audi A3 G-Tron: Kein Antrieb für Vorurteile
- Audi A3 Etron: Wie der i3, nur ganz anders
Der Klang der Standardversion (250 Euro) ist unspektakulär – und gerade deswegen gut. Er ist gefällig und recht neutral. Ihn dürften alle schätzen, die zu Hause die klassische HiFi-Anlage nutzen mit Quellgerät, Verstärker und Passivboxen.
Die Premiumvariante (850 Euro) klingt hörbar anders. Sie löst viel besser auf, hat eine beachtliche Bühne und bietet mehr Impulstreue. Premium bedeutet hier härterer und exakterer Klang. Dieser Sound dürfte Musikliebhabern bekannt vorkommen, die sich auf Aktivboxen spezialisiert haben. Unten herum machen die Subwoofer ordentlich Druck, der mitunter etwas zu heftig ist, aber durch den Equalizer reduziert werden kann.
