Gesellschaft

Erster Ebola-Infizierter kommt nach Europa

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Spanien lässt einen mit dem Ebola-Virus infizierten Staatsbürger aus Liberia in sein Heimatland zurückbringen. Der Geistliche ist damit der erste Infizierte, der nach Europa kommt. Unterdessen häufen sich nun auch in Nigeria die Fälle.

Die spanische Regierung lässt einen mit dem Ebola-Virus infizierten Staatsbürger aus Westafrika in sein Heimatland zurückbringen. Eine Maschine der spanischen Luftwaffe sollte am Mittwoch von Madrid nach Liberia starten, um den aus Spanien stammenden Geistlichen abzuholen. Bei dem Transport würden die strengsten Sicherheits- und Quarantäne-Vorkehrungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingehalten, verlautete aus dem Verteidigungsministerium.

Spanien ist damit nach den Vereinigten Staaten der zweite westliche Staat, der bei der aktuellen Epidemie in Westafrika einen mit Ebola infizierten Staatsbürger aufnimmt. Der 75 Jahre alte Geistliche Miguel Pajares hatte in Monrovia in einem mittlerweile geschlossenen Krankenhaus gearbeitet. Dort hatte der Spanier den später an Ebola gestorbenen Direktor gepflegt. Am Montag ergab ein Test, dass er ebenfalls mit dem Virus infiziert wurde.

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Beamte der Madrider Ministerien für Gesundheit, Verteidigung und Inneres beschlossen, den aus der Gegend von Toledo stammenden Geistlichen nach Spanien zurückzubringen. Zehntausende Spanier hatten zuvor in einer Internetpetition von der Madrider Regierung gefordert, Pajares sofort in sein Heimatland zurückzubringen. Die Reaktionen in den Vereinigten Staaten waren vielfach anders ausgefallen: Dort hatten sich in Foren und anderen Beiträgen etliche Menschen aus Angst vor Ansteckung gegen eine Rückkehr von infizierten Amerikanern ausgesprochen.

Fälle in Nigeria nehmen zu

In Nigeria, wo sich Anfang der Woche erstmals jemand mit Ebola angesteckt hatte, sind inzwischen acht Fälle bestätigt worden. Alle Patienten lägen in Lagos auf Isolierstationen in Quarantäne, teilte am Dienstagabend der örtliche Gesundheitsbeauftragte Jide Idris mit. Weitere mögliche Fälle würden überwacht. Die Hafenstadt Lagos ist mit zehn bis zwölf Millionen Einwohnern neben Kairo die bevölkerungsreichste Stadt Afrikas, Nigeria das mit Abstand bevölkerungsreichste Land des Kontinents.

Alle erfassten Fälle gehen auf einen Berater der liberianischen Regierung zurück, der vor knapp zwei Wochen in einem Krankenhaus in Lagos an dem Virus gestorben war. Der Vierzigjährige war wenige Tage zuvor nach Lagos geflogen und am Flughafen zusammengebrochen. Zunächst war die Ansteckung eines Arztes bestätigt worden, nun folgten weitere Nachweise.