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Scheidender Bilfinger-Chef: Unionspolitiker halten politisches Comeback Kochs für möglich

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Politiker von CDU und CSU halten es zumindest für denkbar, dass Roland Koch nach seinem gescheiterten Ausflug in die Unternehmenswelt als Berufspolitiker zurückkehrt. Doch braucht ihn die Partei noch als konservativen Vordenker?

Der bisherige Bilfinger -Chef Roland Koch hat nach Ansicht von CDU-Vize Stanislaw Tillich und CSU-Chef Horst Seehofer Chancen auf ein politisches Comeback. „Koch könnte mit Sicherheit auch die Partei wieder mit seinem Wissen und seinen Fähigkeiten bereichern“, sagte Tillich der Nachrichtenagentur Reuters. Koch sei eng mit der CDU verbunden. „Ob er eine neue Chance auf eine politische Laufbahn sieht, mag ich nicht beurteilen. Das hängt in erster Linie von ihm selbst ab.“

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“Ich habe Roland Koch immer hoch geschätzt. Er ist ein außerordentlich kluger Kopf“, sagte Seehofer der „Welt“. „Wenn er es will, warum nicht, er ist ja noch jünger als ich. Entscheiden muss er natürlich selbst. Ich wünsche es mir, für die Union und für ihn.“ Der gesundheitspolitische Sprecher der Union, Jens Spahn, sagte derselben Zeitung: „Eine Persönlichkeit wie Roland Koch tut der Politik immer gut.“

Allerdings widersprach Sachsens Ministerpräsident Tillich dem Eindruck, Koch würde gebraucht, um ein konservatives Profil in der Partei abzudecken. „Das Land Hessen hat aus meiner Sicht einen sehr guten Ministerpräsidenten mit Volker Bouffier, der auch wertekonservative Themen sehr gut auszufüllen weiß. Es ist in der CDU kein Thema, dass es an Persönlichkeiten fehlen würde.“

Der frühere hessische Ministerpräsident und CDU-Bundesvize Koch war am Montag nach drei Jahren Tätigkeit als Bilfinger-Chef wegen eines Streits über die Zukunft des Mannheimer Bau- und Dienstleistungskonzerns überraschend zurückgetreten.

Tillich sprach sich dafür aus, dass die Distanz zwischen Politik und Wirtschaft nicht zu groß werden dürfe. Er sei erschrocken, wenn in der Debatte über Nebenverdienste von Politikern nun auch aktive Landwirte mit ihren Einnahmen in der Diskussion seien. „Ich wünsche mir schon, dass wir in der Politik auch Menschen mir Erfahrung als Unternehmer, Selbstständige oder auch als Sportfunktionäre haben. Vielfalt bereichert die Parlamente“, sagte Tillich.