Medizin

Neuer Erreger: Mers-Coronavirus in Luftproben gefunden

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In einem Stall mit infizierten Dromedaren kursierte das Virus Mers-CoV in der Luft. Saudi-arabische Forscher warnen nun vor einer Übertragung ohne direkten Kontakt zu Menschen oder Tieren.

Saudi-arabische Forscher haben RNA-Fragmente des unlängst neu aufgetretenen Mers-Coronavirus (Mers-CoV) in der Luft eines Stalles nachgewiesen, in dem infizierte Dromedare gehalten wurden. Die Wissenschaftler um Esam Azhar von der King Abdulaziz Universität in Jeddah nähren damit die Sorge, dass das Virus über kürzere Strecken mit der Luft übertragen werden könnte, ganz ohne direkten Kontakt. Die Studie, die im Fachmagazin „mBio“ erschienen ist, schließt an eine vorherige Untersuchung an, in der man das Virus sowohl bei einem Dromedar als auch bei dessen Halter nachweisen konnte. Die Luftproben für die neue Studie stammten aus dem Stall dieses Tieres.

Azhar hatte bereits im Juni im „New England Journal of Medicine“ über den Fall des Dromedarhalters aus Saudi-Arabien berichtet, der sich offenbar bei einem seiner Tiere infiziert hatte. Der Mann war im November 2013 in ein Krankenhaus in Jeddah eingeliefert worden und starb einige Tage später. Er hatte unter schweren Atemwegssymptomen gelitten. Über ihn war bekannt geworden, dass er eins seiner Dromedare medizinisch behandelt hatte, weil es Erkältungssymptome und Nasenausfluss zeigte. Er hatte ein Medikament in den Nasenraum des Tieres appliziert. Später stellten die Wissenschaftler um Azhar fest, dass die Mers-Viren aus von den Dromedaren des Mannes gewonnenen Abstrichen der Nasenschleimhaut denen aus den Proben des Halters glichen. Sie gehen deshalb von einer zoonotischen Infektion aus, also einer Ansteckung durch Mensch-Tier-Kontakt. Azhar und seine Kollegen empfehlen, möglichst wenig Kontakt zu Dromedaren zu haben, was vor allem für immungeschwächte Menschen gelten sollte.

Risiko für Pilger

Die meisten Dromedare auf der arabischen Halbinsel haben bereits eine Mers-CoV-Infektion durchgemacht. Bei der Untersuchung von 651 Blutproben von Tieren aus den Arabischen Emiraten fand Christian Drosten von der Universität Bonn unlängst in fast jeder Probe Antikörper gegen das Virus. Bei Dromedaren aus deutschen Zoos aber fanden sich keine Antikörper.

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Die Erreger können allerdings sowohl in Vögeln als auch in Säugetieren vorkommen. Es wird zudem vermutet, dass das Virus seinen Ursprung in Fledermäusen haben könnte. Das Virus Mers-CoV ist im Jahr 2012 zum ersten Mal aufgetreten- es betrifft seitdem vor allem die arabische Halbinsel. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat inzwischen weltweit 837 Fälle registriert, die im Labor bestätigt werden konnten. Es ist zu mindestens 291 Todesfällen in Zusammenhang mit der Infektion gekommen. Die Wissenschaftler der WHO sehen derzeit keine Pandemie-Gefahr, warnen aber vor einem steigenden Infektionsrisiko für Pilger nach Mekka, wo viele Menschen aufeinandertreffen.