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Smartphone LG G3 im Test

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LG macht mit seinem neuen Oberklassen-Smartphone G3 vieles richtig. So ist das hervorragende Display sogar ein Alleinstellungsmerkmal. Wäre da nicht diese eine Schwäche.

Nun hat auch LG sein neues Flaggschiff auf den Markt gebracht. Nachdem in diesem Jahr Samsung das Galaxy S5, HTC das One (M8), Sony das Xperia Z2 und Huawei das Ascend P7 vorgestellt haben, zieht LG ebenfalls mit einen Oberklassegerät nach. Es kostet knapp 600 Euro und ist der Nachfolger des G2. LG setzt beim Gehäuse auf Plastik, will es aber irgendwie nicht wahrhaben. Mit der ähnlich zweifelhaften ästhetischen Idee wie Samsung sie beim seinem Galaxy-Modell anwendet, tut LG so, als wäre das LG aus Metall und spricht von einem „edlen Metallic-Look“. Man muss in der Tat ein zweites Mal hinschauen, weil die Rückseite wie gebürstetes Aluminium aussieht. Aber spätestens, wenn man es in der Hand hält, fühlt man das Plastik, weil es eben nicht kühl ist. Vielleicht sollten sich Samsung und LG einfach zu ihrem Plastikgehäuse bekennen. Denn die Nicht-Metall-Modelle von Nokia oder die Nexus-Reihe von Google sehen auch schick aus, ohne dass man eine Metallverarbeitung simuliert.

Das G3 macht einen sehr stabilen Eindruck, der abnehmbare Deckel auf der Rückseite schließt lückenlos ab. Dort gibt es ebenso wie beim Vorgängermodell einen Wipp-Schalter für die Lautstärke und den An-/Ausschalter. Das hat Auswirkungen auf das Design, denn die Ränder des Gehäuses kommen so ohne Knöpfe oder andere Elemente aus. Ob der Umgang mit dem Gerät während des Telefonierens dadurch einfacher wird, ist stark von den Handhaltung des Nutzers abhängig. Während des Tests ließ sich das G3 weder schlechter noch besser als ein Smartphone mit dem Lautstärkeregler an der Seite bedienen. Das G3 ist weder besonders dünn noch leicht. Mit eine Tiefe von 8,95 Millimeter und einem Gewicht von 151 Gramm ist es dicker und schwerer als etwa das Samsung Galaxy S5. Konkurrenten wie das HTC One (M8) sind wiederum schwerer und bauchiger als das G3.

Der absolute Pluspunkt des LG-Smartphones ist sein Display. Ein 5,5 Zoll großer Bildschirm löst die Darstellung in 1440 x 2560 Pixel auf, das ist eine Pixeldichte von 534 ppi. LG spricht von „Quad HD“. Der Bildschirm ist beeindruckend. Videos, Bilder und Schrift sind auch aus nächster Nähe gestochen scharf, haben brillante Farben und einen hohen Kontrast. Auch beim G3 gewöhnt man sich schnell an die Phablet-Größe von 5,5 Zoll. Im täglichen Umgang kommt einem das Smartphone gar nicht so riesig vor, was wohl an der geschicken Wahl von Material und Design liegt.

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Auch beim G3 gibt es die Möglichkeit, auf dem Bildschirm zwei Apps nebeneinander darzustellen. Nach Halten des Zurück-Buttons erscheinen etwa ein Dutzend Apps, von denen man jeweils eine nach oben und nach unten ziehen kann, sodass sich auf dem Bildschirm beide Anwendungen untereinander anordnen. Überhaupt macht die Software Spaß. LG hat nicht allzu viele eigene Apps darauf gepackt. Bedienoberfläche und Menüführung unterscheiden sich deutlich erkennbar vom „nackten” Android 4.4.2. (KitKat). Die Symbole sind attraktiv gestaltet, Schriftgröße und -art gefallen und können sogar angepasst werden. Will man allerdings ein anderes „Thema” auswählen, landet man schnell in der „LG Smart World”, wo man sich erst anmelden muss.

LG hat sich etwas Nettes einfallen lassen, damit das Smartphone direkt aus dem Schlafmodus in den aktiven Betrieb startet. Mit „Knock on” wählt man als Nutzer eine bestimmte Anzahl von Fingerklopfern mit einem bestimmten Muster. Klopft man diesen „Code” auf den dunklen Bildschirm, entsperrt man das Gerät und kann direkt loslegen.

Bild / LG und IPhone / Fenster Die Hauskante beim G3 (links) ist wegen der leichten Überbelichtung kaum noch nur erkennen Bilderstrecke

Die Schwäche des LG ist seine Kamera. Wir haben mehrere Aufnahmen wie immer verglichen mit den Fotos eines iPhone 5s (das jeweils rechte Bild in der Bilderstrecke) und waren etwas enttäuscht. Um momentan mit einem Modell in der Oberklasse mitspielen zu können, sollte die Kamera mit dem nun fast ein Jahr alten Apple-Gerät mindestens mithalten können. Und Samsung und Sony haben mit den Kameras in ihren Topmodellen gezeigt, was derzeit an Qualität möglich ist und in mancher Hinsicht sogar mehr überzeugt als das iPhone.

Die Bilder des G3 wirken blass, die Zeichnung in hellen Bereichen geht häufig verloren. Besonders auffällig ist es, wenn der Himmel oder helle Flächen auf Häusern abgebildet werden. Zudem sind die Bilder recht kontrastarm. Bei Aufnahmen in lichtarmen Räumen oder Außenumgebungen legt sich über die Bilder manchmal ein leichter Schleier. Allerdings sind die Bilder aufgrund der Auflösung von 4160 x 3120 Pixel detailreicher als beim iPhone 5s. Was an der Kamera, also in diesem Fall der Software, gefällt, ist die Schnelligkeit beim Auslösen.

Bei der Hardware gibt es wenig zu meckern. Neben dem brillanten Bildschirm und dem soliden Gehäuse überzeugt auch der Prozessor mit seiner Geschwindigkeit. Der Snapdragon 801 von Qualcomm mit einer Taktrate von 2,5 Gigahertz reichte für jede Anwendung vollkommen aus. Die Bedienung für die üblichen Apps ist flüssig.

Blendet man die schwache Kamera aus, ist das LG G3 ein gelungenes Smartphone der Oberklasse.