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Tablet Samsung Galaxy Tab S im Test

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Die Koreaner wollen es wissen: Mit dem neuen Galaxy Tab S im 8,4- und 10,5-Zoll-Format greifen sie den Marktführer Apple mit seinen iPads frontal an. Ihr Trumpf ist der Bildschirm.

Es ist ein langjähriger Kampf. Seit Apple das iPad der ersten Generation vor viereinhalb Jahren vorgestellt hatte, drängen weitere Unternehmen mit Tablets auf den Markt. Mit Erfolg. Zwar ist Apple mit gut 32 Prozent Marktanteil nach wie vor führender Tabletverkäufer. Doch Samsung hat im ersten Quartal dieses Jahres immerhin schon einen Anteil von 22,3 Prozent erreicht.

Das neue Tab S könnte den Anteil weiter wachsen lassen. Samsung versucht mit seinen neuen Premium-Tablets, das eigene Angebot etwas durchschaubarer zu gestalten. Bisher musste man die Modellreihe genau studieren, um zu wissen, ob ein Galaxy Tab oder TabPro oder ein Note oder NotePro in 7, 10 oder 12 Zoll geeignet sein könnte. Nun hat sich Samsung unmissverständlich dafür entschieden, jeweils ein Pendant zum iPad Mini und iPad Air anzubieten. Denn das Tab S ist leicht, dünn, hochwertig, schnell und kommt in der Mini-Variante mit 8,4 Zoll und der größeren mit 10,5 Zoll.

Doch sie sind sich nur auf den ersten Blick ähnlich. Vergleicht man das große Tab S in 10,5 Zoll mit dem iPad Air, fällt auf, dass Samsung auf das Querformat setzt. Der physische Homebutton sowie die bekannten, links und rechts daneben sitzenden Android-Elemente hat Samsung an der unteren, längeren Seite des Rahmens angebracht. Ebenso ist der Abstand zwischen Fassung und Display an den längeren Seiten etwas breiter. Dadurch nimmt man das große Tab S unweigerlich im Querformat in die Hand.

29655287 Auch das neue Tablet ist nicht aus Metall, sondern hat wie das Smartphone Galaxy S5 nur den „Metall-Look“ Bilderstrecke

Beim Einschalten gehen einem im doppelten Sinne die Augen auf. Mit seinem brillanten Display zeigt das Tablet gleich, mit welchem Merkmal es punkten sowie Nutzer und Konkurrenz staunen lassen will. Die Icons strahlen einem förmlich entgegen, die Farben sind knallig, die Schrift ist scharf, und die Anmutung hat einen leicht dreidimensionalen Effekt. Samsung hat wie bei seinem Smartphone Galaxy S5 zudem einen adaptiven Bildschirm verwendet. Dieser passt sich der Farb- und Lichtumgebung an, indem er eigenständig Farbsättigung, Kontrast und Schärfe der Darstellung anpasst. Dadurch soll das Tab S die Augen des Nutzers schonen. Dieser Effekt ist im Alltag nicht so auffällig, wie ihn Samsung bei der Präsentation vorführte. Dafür „sieht“ man förmlich die technischen Daten des Bildschirms. Laut Samsung liefert das Super Amoled-Display 94 Prozent des Adobe-RGB-Farbspektrums, hat eine Kontrastrate von 100 000:1 und stellt 4 Millionen Pixel dar.

Bei aller Faszination stellt sich allerdings die Frage, ob das jedem Nutzer gefällt. Denn Bilder und Filme erscheinen aufgrund ihrer enormen Farbsättigung dermaßen bonbonartig und kontraststark, dass sie häufig unwirklich und kitschig erscheinen. Dies fällt besonders bei Gesichtern auf. So ist etwa die Farbe der Lippen meist überhöht, was noch dadurch betont wird, dass die Farbübergänge nicht harmonisch verlaufen. Die knallbunte und scharfe Darstellung machte uns nur bei der Nutzung der Oberfläche viel Spaß. Hintergründe, Icons, Schriften und Menülisten verlangen danach, angefasst zu werden. Auch der strukturelle Aufbau der Software unterstützt den angenehmen Umgang mit dieser speziellen Version von Android 4.4.2. So lassen sich zwei Anwendungen bequem nebeneinander plazieren, indem man sie aus der App-Leiste am rechten Rand nach links zieht. Will man Dateien vom Tab S auf sein Samsung-Smartphone transferieren, hilft Sidesync in der Version 3.

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Die Einheit aus Design, Bildschirm und Software ist beim kleinen Tab S besonders gelungen. Es lässt sich in der LTE-Variante sogar als Telefon verwenden. Es ist im Vergleich zum iPad Mini mit seinen 7,9 Zoll etwas schmaler (knapp 9 Millimeter), dafür aber länger (12,8 Millimeter) und wiegt etwa 40 Gramm weniger. Dadurch liegt das Tab S besser in der Hand, weil man die Finger nicht so spreizen muss. Das Format wirkt sich auf die Darstellung von Inhalten aber nur aus, wenn man Filme im Breitbild-Format schaut. Was die Geschwindigkeit der Hardware betrifft, waren wir überrascht. Denn das kleine Tab S mit seinem Prozessor Exynos 5 Octa war im Vergleich zum iPad Mini mit seinem A7-Chip immer etwas hintendran, wenn man etwa Apps öffnete oder in ihnen navigierte. Diese etwas langsame Reaktionszeit dürfte nicht allein die Schuld des Prozessors sein, sondern die des Zusammenspiels zwischen Hard- und Software. Das Tab S ist aber dennoch hinreichend schnell für die alltäglichen Anwendungsfälle.

Das kleine Samsung ist uns innerhalb einiger Tage doch ans Herz gewachsen, nachdem es beim kurzen Hands-On während der Vorstellung in New York mit seinem perforierten Rücken aus Kunststoff der Farbe „Titanium Bronze“ und seinem goldfarbenen Rahmen im Metall-Look noch nicht so stark auf sich aufmerksam gemacht hatte. Da es sich im Preis (399 Euro für WiFi und 499 Euro mit LTE) vom iPad Mini kaum unterscheidet, dürfte jeder, der ein sehr gutes Tablet im 8-Zoll-Format sucht und noch nicht dem Apple- oder Androidlager angehört, vor einer schweren Wahl stehen.