
Die Musikmaschine Woox M1X-DJ von Philips ist einem DJ-Arbeitsplatz nachempfunden: Zwei Drehteller warten, um die Party-Gemeinde anzuheizen.
Sommer, Sonne, Gartenparty – was fehlt? Ein Stimulanz fürs Tanzbein in Gestalt eines Hobby-DJ mit passender Hardware. Eine Personalempfehlung für den ubiquitären Einsatz haben wir nicht parat, aber eine Hardware-Idee können wir beisteuern: eine Kombination aus Lautsprecher und Disco-Mischpult, tragbar am Gurt und mit Raffinessen ausgestattet, die das Mixer-Herz höher schlagen lassen. Es heißt Philips Woox M1X-DJ, steckt in einem weißen Gehäuse mit schwarzem Oberdeck, kostet um 350 Euro, und wir haben es in den Garten gebeten.
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Der kompakte Apparat lässt, sobald er am Netz angeschlossen ist, die Tasten und Bedienelemente grün und orange aufleuchten, damit die Steuerung der Maschine in schummriger Arbeitsumgebung sicher gelingt. Mitten im DJ-Cockpit, klarer Fall, liegen die beiden Drehteller, stilisierte Mini-Ausgaben von Plattentellern aus der Vinyl-Ära. Sie dienen dazu, das jeweils ausgewählte Musikstück zu durchsuchen und den richtigen Einsatzpunkt festzulegen, der sich dann mit der Cue-Taste speichern lässt. Aber die Teller taugen natürlich auch zum Scratchen, also zum Erzeugen jener schabenden Effekte, die der DJ braucht wie der Fisch das Wasser. Griffige Schieberegler legen für jede der beiden Abspielstationen die Lautstärke fest, Temporegler justieren die Beats je Sekunde, damit die Musikstücke nahtlos ineinander übergehen, ohne die Tanzgemeinde aus dem Takt zu bringen, ein Überblendregler unterstützt die bruchlose Performance. Natürlich gibt es auch Klangregler: Bässe, Mitten und Höhen lassen sich separat einstellen.
Genug Bass fürs Zwerchfell
So richtig komplett aber wird das Gerät erst mit der App „djay 2“ für das iPad und das iPhone (Preis: 1,75 Euro): Sie verlegt Plattenteller und Regler auf den Touchscreen und steuert über bunte virtuelle Drumpads viele weitere Effekte bei – etwa Snare-Drum-Schläge, zischende Becken, Polizeisirenen, Pistolenschüsse, und was der DJ sonst noch so alles braucht. Über ein Spiralkabel mit Lightning-Anschluss stellt die DiscoStation die Verbindung zu Apples Mobilgeräten her, eine Vertiefung auf dem Bediendeck dient iPhone oder iPad als Stütze. Die Software zapft das im iPhone oder im iPad gespeicherte Musikarchiv als tönenden Rohstoff an, kann aber neuerdings auch Spotify als Quelle nutzen. Bunte Wellenform-Darstellungen helfen, passende Musikstücke zu finden und perfekt zu synchronisieren, eine Harmonie-Funktion unterstützt die Recherche nach passendem Material automatisch.
Eine Queue-Funktion erstellt Play-Listen nach den Wünschen der Party-Gemeinde, eine History-Übersicht klärt, was schon gespielt wurde, und es gibt noch viele weitere digitale Hilfen der Musikverwaltung, deren Aufzählung diesen Beitrag sprengen würde. Wer mag, kann die mobile Disco auch einfach als mobilen Aktiv-Lautsprecher betreiben: Über eine Klinkenbuchse nimmt sie den Sound von externen Zuspielern entgegen – oder sie baut über eine Bluetooth-Funkbrücke eine Verbindung zu einem Smartphone auf. Dazu hebt man das Bediendeck, das über eine Kontaktleiste mit dem Lautsprecherkorpus verbunden ist, ab und dreht es um: Auf der Unterseite sitzt die Bluetooth-Taste, die den Funkverkehr initiiert. Sodann setzt man das Deck wieder ein – im umgedrehten Zustand: Die in dieser Betriebsart arbeitslosen Drehteller und Schieberegler verschwinden, oben zeigt sich nur eine schlichte, schwarze Deckfläche. Hinter einer versteckten Klappe im Lautsprecherkorpus lassen sich Batterien für den mobilen Betrieb einsetzen.
Und wie empfindet das Tester-Ohr den Sound, den die zehn Zentimeter großen Stereo-Lautsprecher und die ebenso große Mono-Bassmembran auf die Tanzfläche wehen? Wir finden: partykompatibel, also mit unüberhörbarer, kräftiger Betonung der Bässe, die, wenn sie sollen, laut genug hämmern, um auch das Zwerchfell anzuregen und selbst die Rolling-Stones-Generation auf die Tanzfläche zu locken.
