
Frauen mit vielen Muttermalen haben möglicherweise ein höheres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken – das zeigen jetzt zwei neue Studien aus Frankreich und den Vereinigten Staaten.
Frauen mit vielen Muttermalen haben möglicherweise ein höheres Risiko, an Brustkrebs zu erkranken als Frauen ohne Leberflecken. Das legen zwei Studien nahe, an denen mehr als 164 000 Frauen teilgenommen haben. Muttermale verursachen zwar keinen Brustkrebs. Es gibt aber Hinweise darauf, dass ihre Zahl von der Konzentration an Geschlechtshormonen im Blut abhängt. Die Hormon-Konzentration hat wiederum einen Einfluss auf das Wachstum von Brusttumoren, die Andockstellen für diese Eiweißstoffe aufweisen. Die Zahl der Muttermale könnte also ein leicht abzuschätzender Marker für den Hormonspiegel im Blut sein.
Muttermale auf dem linken Arm gezählt
Doch wie gut sind die Belege für diese Hypothese tatsächlich? Die Teilnehmerinnen der amerikanischen Nurses-Health-Studie waren im Jahr 1986 gebeten worden, die Muttermale auf ihrem linken Arm zu zählen. Mingfeng Zhang von der Harvard Medical School in Boston und ihre Kollegen haben untersucht, wie viele Frauen später an Brustkrebs erkrankten. Dabei stellte sich heraus, dass diejenigen mit fünfzehn und mehr Muttermalen auf dem linken Arm im Jahr 2010 ein 35 Prozent höheres Erkrankungsrisiko hatten als Frauen ohne Muttermale. („PLOS Medicine“, doi: 10.1371/journal.pmed. 1001659).
In der französischen Studie „E3N“ hatten Frauen mit vielen Muttermalen über achtzehn Jahre ein dreizehn Prozent höheres Risiko für Brustkrebs als die Frauen ohne Muttermale („PLOS Medicine“, doi: 10.1371/journal.pmed. 1001660). Dieser Wert ist allerdings nicht mehr statistisch signifikant, wenn auch andere Risikofaktoren berücksichtigt werden. Eine Ausnahme stellen die Frauen mit vielen Muttermalen vor der Menopause dar. Bei dieser Gruppe war das Risiko für Brustkrebs auch nach Korrektur der Einflussfaktoren um 34 Prozent höher als für Frauen ohne Muttermale vor der Menopause. Barbara Fuhrman und Victor Cardenas von der University of Arkansas äußern in einem begleitenden Kommentar die Hoffnung, dass die Zahl der Muttermale einen Hinweis auf ein erhöhtes Brustkrebsrisiko gegeben könnte, falls sich der Zusammenhang weiter bestätigt. Solche Hinweise könnten helfen, den individuellen Abstand zwischen zwei Mammographie-Screenings zu bestimmen.
