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Nissan bringt elektrischen NV 200 auf den Markt

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Alle Welt redet von Tesla. Doch der größte Elektroauto-Hersteller der Welt ist Nissan. Jetzt kommt der e-NV 200 auf den Markt.

115 000 Einheiten des kompakten Leaf sind in den vergangenen dreieinhalb Jahren verkauft worden. Das sind mehr Fahrzeuge, als seinerzeit Toyota vom ersten Prius in 48 Monaten absetzte. Jetzt schlägt Nissan mit dem e-NV 200 das nächste Kapitel seiner E-Auto-Strategie auf. Der Lieferwagen basiert auf dem konventionellen NV 200, der seit 2010 auf dem Markt ist, aus dem Leaf kommen der E-Motor und die Vorderachse. Der Batterie-Pack (Lithium-Ionen) ist neu, er hängt unter dem Laderaumboden und nimmt keinen Nutzraum weg. So bietet der zweisitzige e-NV 200 auf einer Länge von kurzen 4,56 Meter das stattliche Laderaumvolumen von 4200 Liter. Zwei Euro-Paletten passen rein, die maximale Zuladung beträgt 770 Kilogramm, die Laderaumlänge 2,04 Meter.

Gegen Aufpreis gibt es eine oder zwei Schiebetüren an den Seiten, statt einer nach oben öffnenden Heckklappe kann auch eine asymmetrische Flügeltür bestellt werden. Neben dem Lieferwagen bietet Nissan den e-NV 200 auch als Kombi mit zwei Sitzreihen und als Evalia mit noch mehr Komfortdetails aus der Personenwagenwelt an. Bei beiden Modellen verbleiben selbst als Fünfsitzer 2270 Liter Ladevolumen, bei umgeklappter Rückbank sind es 3100 Liter.

Geladen in zehn Stunden

Der E-Motor aus dem Leaf leistet 80 kW (109 PS) und bietet ein Drehmoment von 254 Newtonmeter, als Höchstgeschwindigkeit müssen 120 km/h genügen (Normverbrauch: 16,5 kWh auf 100 Kilometer). Die Reichweite beträgt 170 Kilometer. Damit, so sagt Nissan, decke man mindestens ein Drittel des Lieferwagen-Marktes ab, so hoch sei der Anteil der Fahrzeuge, die am Tag nicht mehr als 120 bis 130 Kilometer fahren.

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Nissan bezeichnet den e-NV 200 als idealen Stadtlieferwagen und sieht sich der elektrischen Konkurrenz von Renault oder Peugeot/Nissan überlegen (mehr Laderaumkapazität, modernere E-Technik). Konkrete Verkaufsziele will man nicht nennen. Man sei aus Schaden klug geworden. Die Preise für den Kastenwagen beginnen bei 25058 Euro netto, der elektrische Evalia kostet in der Topausstattung 43750 Euro. Wer will, zahlt einen geringeren Preis und mietet die Batterie.

An der Haushalts-Steckdose ist der E-Nissan bei leerer Batterie in zehn Stunden wieder geladen, die Kapazität beträgt 25 kWh. Für zu Hause kann man sich eine Wallbox kaufen, dann dauert das Laden längstens fünf Stunden. An den Chademo-Ladesäulen, von denen es in Europa schon 1100 gibt, aber in Deutschland nur 60, dauert der Vorgang nur eine gute halbe Stunde.

In Deutschland gibt es den e-NV 200 ab Mitte Juli

Gebaut wird das E-Auto ausschließlich in Barcelona, dort läuft es gemeinsam mit dem konventionellen Modell vom Band. Geliefert wird der e-NV 200 zunächst in 20 Länder (inklusive Japan), nach Deutschland kommt er Mitte Juli. Wer jetzt bestellt, muss eine Wartezeit von drei Monaten einkalkulieren. Nissan rechnet vor, dass im Vergleich zum Diesel 50 Prozent der Kraftstoffkosten eingespart werden, bezieht man den Gewerbetarif (15 Cent je kWh), wird der Vorteil noch größer. Auch die Wartungskosten sind rund 40 Prozent niedriger.